Veranstaltung Zeitzeichen „Vom New Public Management zum No Public Management“, besucht von Léonard Wüst

Zeitzeichen

Veranstaltung Zeitzeichen “New Public Management” vom 18.9.2014

Referenten:   Max Christian Graeff, Buchautor

Charly Freitag, Regionaler Entwicklungsträger Sursee-Mittelland

Podium:        Prof. Dr.rer.oec. Adrian Ritz, Universität Bern

Max Christian Graeff

Charly Freitag, Kantonsrat und Gemeindepräsident von Beromünster

Ivo Muri, Unternehmer und Zeitforscher, Zeit AG in Sursee

Zum besseren Verständnis als Vorabinformation: Textauszüge aus der PowerPoint Präsentation von Ivo Muri:

http://innerschweizonline.ch/wordpress/zeitzeichentextauszuege-aus-der-powerpoint-praesentation-von-ivo-muri/

Moderator Dr. Philipp Gut, stellvertr. Chefredaktor der Weltwoche

Moderator Dr. Philipp Gut, stellvertr. Chefredaktor der Weltwoche

Nach einer kurzen Begrüssung durch Dr. Philipp Gut, stellvertretender Chefredakteur der Weltwoche, der wie immer den Anlass moderierte, formulierte Ivo Muri Grundsätzliches zum Thema, wies auf die Gefahren hin, wie etwa das Auslagern der Gemeindeverwaltungen an Private, was in Deutschland immer des Öfteren vorkomme, sodass zum Beispiel der Bertelsmann Verlag schon über viele solche Mandate verfüge, folglich auch eine gewisse Macht besitze, was nicht dem Grundsatz

Der Zeitforscher und Buchautor Ivo Muri besitzt auch das seltene Talent, Menschen zu überzeugen, ohne zu missionieren

Der Zeitforscher und Buchautor Ivo Muri besitzt auch das seltene Talent, Menschen zu überzeugen, ohne zu missionieren

einer Demokratie entspricht, sowieso sollte das öffentliche Recht über dem Privatrecht stehen, also das Gemeinwohl partikularen Interessen übergeordnet sein, wie es auch schon der Name sage: Bürger kommt von bürgen, also jeder übernimmt auch Verantwortung für seine Mitbürger, seine nächste Umgebung, sein Dorf usw.

 

 

 

Anschliessend folgte das Referat von Max Christian Graeff, Buchautor.

Buchautor Max Christian Graeff

Buchautor Max Christian Graeff

Leider referierte er sehr viel wirr durcheinander, sagte aber eigentlich nichts zum Kernthema “New Public Management”. Irgendwie wurde man das Gefühl nicht los, dass er einfach zu viele Argumente aufs Mal in seinen Vortrag „reinpacken“ wollte, was sich aber kontraproduktiv auf das Interesse der Anwesenden auswirkte. Graeff siedelte sein Referat vor allem in seinem Kernkompetenzbereich Literatur und Verlagswesen an, kam gar nie auf grössere Zusammenhänge zu reden.

Charly Freitag Gemeindepräsident von Beromünster, Kantonsrat

Charly Freitag Gemeindepräsident von Beromünster, Kantonsrat

Es folgte die Analyse eines politischen Entscheidungsträgers, Charly Freitag (als Gemeindepräsident und Kantonsrat), zum eigentlichen Thema dem “New Public Management”, worin er klar definierte, dass nicht alles Wünschbare auch machbar ist, sei es aufgrund von juristischen Sachzwängen, Gesetzen oder Vorschriften. So sei es manchmal aber tatsächlich effizienter und manchmal auch günstiger, wenn gewisse Aufgaben „privatisiert“ werden, nicht unbedingt in so heiklen Bereichen wie z.B. Gesundheitswesen und Altersvorsorge (Krankenkassen, Spitäler, Altersheime etc.).

Professor Adrian Ritz

Professor Adrian Ritz

Beim anschliessenden Podiumsgespräch beteiligte sich auch noch Professor Adrian Ritz (Geschäftsleitungsmitglied des Kompetenzzentrums für Public Management der Universität Bern und Professor für Betriebswirtschaftslehre des öffentlichen Sektors an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern) an der Diskussion. Dabei war schnell klar, dass eigentlich alle in etwa gleiche Ansichten hatten, wohin der Weg führen sollte, die Umsetzung aber äusserst schwierig wird. Wie bringt man die Interessen und vor allem die Bedürfnisse des einzelnen Bürgers unter den Hut des Gemeinschaftswohls? Einen optimalen Mix zu finden zwischen privaten Leistungserbringern in gewissen Teilbereichen und Beibehaltung der Kompetenzen der Stadträte, Gemeinderäte (wie es der Name ja benennt für die Stadt, die Gemeinde), bzw. der Kantonsräte für den Kanton usw. Wie Ivo Muri treffend erläuterte, muss das Fundament stabil sein, damit man darauf, bildlich gesprochen, stabile Gebäude errichten kann. Das Fundament sind wir, nicht irgendein abstraktes Gebilde. Wir sind real, also packen wirs an, tun wir, was wir verantworten können, aber auch wollen. Nicht im fernen Zürich, noch ferneren New York, sondern in unserem Haus. Starten wir mit dem Aushub, legen wir den Grundstein. Dann kommt die Mauer die so stabil sein muss, dass sie einem Mehrgenerationenhaus genügt, dann folgte nächste Schritt usw. Ein kluger Mann (oder eine kluge Frau) hat mal gesagt: Gott gab uns die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt. Nehmen wir uns die Zeit, uns dies zu verinnerlichen und eigen zu machen.

Es gab noch ein paar Fragen aus dem Publikum, die aber eher nicht das Thema des Abends betrafen, aber selbstverständlich auch, soweit möglich, von den Podiumsteilnehmern beantwortet wurden.

Kleine Fotodiashow von Chantal Muri www.zeitag.ch

http://fotogalerien.wordpress.com/2014/09/24/veranstaltung-zeitzeichen-vom-new-public-management-zum-no-public-management-besucht-von-leonard-wust/

Eine interessante Zeitzeichenveranstaltung, die konzentrierte Aufmerksamkeit verlangte, hätte mehr Publikum verdient als die ungefähr 3o Personen, die den Weg nach Nottwil auf sich nahmen.

zeitaglogobmpEine Veranstaltung der Reihe Zeitzeichen initiiert von Ivo Muri, Zeitforscher und Unternehmer www.zeitag.ch

 

 

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos:Petra Kaufmann  www.zeitag.ch

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