
ie referierten und diskutierten mit dem Publikum aktuelle Fragen zum Berufswahlprozess in Uri (von rechts): Regierungsrat Georg Simmen, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Uri; Angie Arnold, Leiterin der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Uri; Yvonne Slongo, Vorste-herin des Amts für Berufsbildung; Ueli Zberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Amt für Volks-schulen.
Am Mittwoch, 18. Februar 2026, hat die Bildungs- und Kulturdirektion in Altdorf die Veranstaltung «Berufswahl in Uri» durchgeführt. Mit rund 200 Vertreterinnen und Vertretern von Urner Lehrbetrieben wurde das ausgreifende Phänomen der frühen Lehrstellenzusage sowie dessen Folgen und Lösung erörtert.
Die Berufsbildung geniesst im Kanton Uri einen verdient hohen Stellenwert. Für die grosse Mehrheit der Urner Jugendlichen ist sie nach wie vor der Königsweg ins Erwerbsleben. Das ist ein wesentliches Verdienst der Urner Lehrbetriebe, die im Verbund mit dem Kanton und den Organisationen der Arbeitswelt dafür sorgen, dass in Uri ein breites und qualitativ hochwertiges Angebot an Berufslehren zur Verfügung steht.
Während die Berufslehre in Uri erfreulicherweise rund läuft, erhöht das zunehmend verbreitete Phänomen der frühen Lehrstellenzusage den Entscheidungsdruck für Jugendliche. Um dieses Phänomen, seine Folgen und seine Lösung gemeinsam zu erörtern, hat die Bildungs- und Kulturdirektion am Mittwochabend, 18. Februar 2026, im Uristier-Saal in Altdorf die Veranstaltung «Berufswahl in Uri» durchgeführt. Regierungsrat Georg Simmen, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Uri, durfte rund zweihundert Gäste, vornehmlich aus den Urner Lehrbetrieben, begrüssen.
Kurzreferate und Fragerunde
In vier Kurzreferaten widmeten sich die zuständigen Mitarbeitenden der Bildungs- und Kulturdirektion den Themen: Lehrstellenüberhang als Folge der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung in Uri; frühe Lehrstellenzusage als Herausforderung für Lernende der Oberstufe; Urner Berufswahlfahrplan als Kompass für den Berufswahlprozess in Uri; Lehrbetriebe als Akteure einer gelingenden Berufswahl. Im Anschluss an die Referate hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, Fragen zu stellen und das Thema der frühen Lehrstellenzusage gemeinsam zu diskutieren. Dabei zeigte sich, dass auch die Lehrbetriebe selber stark unter dem Druck zur frühen Lehrstellenzusage leiden. Die Anwesenden waren einhellig der Meinung, dass die Vorgaben im geltenden Urner Berufswahlfahrplan richtig gesetzt sind und dass dem national ausgehandelten Commitment zu Berufswahlprozess und Lehrstellenbesetzung auch im Kanton Uri wieder stärker Nachachtung zu verschaffen sei. Dazu müssten alle Akteure der Berufswahl ihren je eigenen Beitrag leisten.
Appell an Einsicht und Freiwilligkeit
«Ein gelingender Berufswahlprozess braucht ausreichend Zeit», bilanzierte Regierungsrat Georg Simmen in seinem Schlusswort. «Daher ist es wichtig, die Zahl der frühen Lehrstellenzusagen massiv zu senken.» Davon profitieren nicht nur die Jugendlichen, die den richtigen Beruf wählen müssen, sondern auch die Lehrbetriebe, die die richtigen Lernenden finden wollen. Für Georg Simmen ist denn auch klar, dass man dem Phänomen der frühen Lehrstellenzusage nicht mit verschärften Regeln oder verstärkter Aufsicht beikommen muss; «vielmehr bauen wir auf die Einsicht aller Akteure im Berufswahlprozess und damit auf die freiwillige Einhaltung des geltenden nationalen Commitments zu Berufswahlprozess und Lehrstellenbesetzung.»
Hinweis: Die Unterlagen zur Veranstaltung «Berufswahl in Uri» sind auf der Website des Kantons Uri verfügbar: www.ur.ch (Suchbegriff «Berufswahl in Uri»).
