Informationen der Staatskanzlei Uri

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Kanton Uri

Massnahmen gegen frühe Lehrstellenzusage konkretisiert

Im Nachgang zur Veranstaltung «Berufswahl in Uri» von Februar 2026 hat die Bildungs- und Kulturdirektion weiterführende Massnahmen zum Phänomen der frühen Lehrstellenzusage lanciert. Seither wurden die Massnahmen konkretisiert – mit ersten Erfolgen.

Um das Phänomen der frühen Lehrstellenzusage gemeinsam zu lösen, hat die Bildungs- und Kulturdirektion (BKD) am 18. Februar 2026 die Veranstaltung «Berufswahl in Uri» durchgeführt. Die Umfrage im Nachgang dazu zeigte, dass auch die Lehrbetriebe stark unter dem Druck zur frühen Lehrstellenzusage leiden, dass die Vorgaben im geltenden Urner Berufswahlfahrplan richtig gesetzt sind und dass dem national ausgehandelten Commitment zu Berufswahlprozess und Lehrstellenbesetzung auch im Kanton Uri wieder stärker Nachachtung zu verschaffen sei. Aufgrund dieses klaren gemeinsamen Verständnisses lancierte die BKD erste Massnahmen, um der frühen Lehrstellenzusage gegenzusteuern.

Revision der Weisungen und Vorbildfunktion für Uri

Zwei dieser von der BKD lancierten Massnahmen nehmen nun konkrete Formen an. Zum einen revidiert der Erziehungsrat die Weisungen zur Durchführung von Schnupperlehren (Berufswahlpraktika) auf der Oberstufe: Ab dem kommenden Jahr gilt, dass die Schulen ihre Zeitfenster für Schnupperlehren erst nach dem 1. März öffnen dürfen. Auf diese Weise hilft der Erziehungsrat und helfen die Schulen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten mit, dass sich die Jugendlichen nicht immer früher bewerben und damit den Entscheidungsdruck für die Lehrbetriebe erhöhen. Zum anderen werden sich die kantonale Verwaltung Uri und die Urner Gemeinden im 2027 strikt an die Empfehlungen des Commitments zu Berufswahlprozess und Lehrstellenbesetzung halten. Somit übernehmen sie eine Vorbildfunktion in Uri. Das Übergangsjahr 2026 werden Kanton und Gemeinden nutzen, um die Rekrutierungsprozesse anzupassen und sich den Vorgaben des Commitments schrittweise anzunähern.

«Die ersten Schritte sind gemacht»

«Dass wir unsere Massnahmen schrittweise konkretisieren und gemeinsam mit unseren Verbundpartnern umsetzen können, ist sehr erfreulich», sagt Regierungsrat Georg Simmen, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Uri. «Natürlich können wir das Problem der frühen Lehrstellenzusage nicht von einem Tag auf den anderen lösen. Denn die dem Problem zugrunde liegende demografische und wirtschaftliche Entwicklung verschwindet nicht von heute auf morgen. So haben wir denn auch noch ein schönes Stück Weg vor uns», so Georg Simmen, «aber die ersten Schritte in die richtige Richtung sind gemacht.»

Hinweis: Die Unterlagen zur Veranstaltung «Berufswahl in Uri» sind auf der Website des Kantons Uri verfügbar: www.ur.ch (Suchbegriff «Berufswahl in Uri»).

Vernehmlassung zum Gesetz über die Betreuung und Pflege (BPG) eröffnet

Der Regierungsrat hat die Vernehmlassung zum Entwurf des Gesetzes über Betreuung und Pflege eröffnet. Die Vorlage wurde im Rahmen des Projekts «Weiterentwicklung Langzeitpflege Uri» zusammen mit den Urner Gemeinden und den Urner Pflege-Institutionen wie Pflegeheime und Spitex Uri erarbeitet. Ziel der Vorlage ist es, die Betreuung und Pflege im Alter im Kanton Uri langfristig zu sichern und besser zu koordinieren.

Die Vorlage sieht als wesentliches Element die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft vor. Die neue Gesellschaft soll gemeinsam im Besitz von Kanton und Gemeinden sein. Sie soll künftig für die Organisation von ambulanten, stationären und intermediären Angeboten zuständig sein. Zudem sind neue Instrumente zur Planung und Steuerung der Versorgung vorgesehen, darunter eine Tarifkommission sowie Regelungen zur demokratischen Mitsprache bei grösseren Investitionen.

Das Vernehmlassungsverfahren dauert vom 1. Mai bis am 31. August 2026.

Im Rahmen der Vernehmlassung sind Informationsveranstaltungen für Gemeinden, Institutionen, politische Parteien und weitere interessierte Kreise vorgesehen.

Die Vernehmlassungsunterlagen sind unter www.ur.ch/vernehmlassungen publiziert.