Reto Wyss beendet nach vier Legislaturen seine politische Tätigkeit als Luzerner Regierungsrat

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Reto Wyss in seinem Büro im Finanzdepartement (2021).

Reto Wyss, Finanzdirektor des Kantons Luzern, tritt bei den Neuwahlen im März 2027 nicht mehr an. Der Mitte-Politiker ist seit 16 Jahren Regierungsrat und steht seit 2019 dem Finanzdepartement vor. Dem Kanton gehe es finanziell gut. Der Zeitpunkt für neue Kräfte sei jetzt ideal, betont er. Die Verantwortung will Reto Wyss in Absprache mit der Partei in neue Hände übergeben und Raum für die nächste Generation schaffen. Seine vierte Legislatur endet am 30. Juni 2027.

Nach 16 Amtsjahren ist Schluss. Das hat Finanzdirektor Reto Wyss mit seiner Partei Die Mitte Kanton Luzern so entschieden. «Der Zeitpunkt für neue Kräfte ist ideal. Der Kanton Luzern hat sich in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht positiv entwickelt und die neue Person kann auf dieser guten Ausgangslage aufbauen.» Für ihn sei das der richtige Entscheid und nicht einer, der unter Druck der Partei zustande gekommen sei, hält Reto Wyss fest.

Er gebe das Amt nicht ohne Wehmut auf, sagt Reto Wyss und fügt an: «Ich habe nach wie vor sehr viel Freude an meiner Arbeit und komme jeden Tag gerne ins Finanzdepartement.» Die Arbeit sei für ihn äusserst sinnstiftend, «weil ein Regierungsrat für die Luzerner Bevölkerung in vielen Bereichen etwas bewirken kann». Nun sei die Zeit gekommen, das Zepter im kommenden Jahr in neue Hände zu übergeben, so der amtierende Regierungsrat.

Der studierte Bauingenieur und Familienvater Reto Wyss wurde 2011 in die Luzerner Regierung gewählt. Zuvor war er rund dreizehn Jahre Gemeindepräsident in Rothenburg sowie Geschäftsführer und Mitinhaber der Wyss + Partner Bauingenieure AG, Rothenburg. Bis 2019 war er Bildungs- und Kulturdirektor, bevor er das Finanzdepartement übernommen hat.

Die Freude am Amt überwiegt – auch in anspruchsvollen Zeiten
Seine lange politische Tätigkeit war von vielen Ereignissen geprägt, «die meisten positiv», wie er betont. Reto Wyss hat insgesamt bis heute 15 kantonale Abstimmungen verantwortet, wovon bisher 14 im Sinne des Regierungsrates entschieden wurden. Die Abstimmung über die Kantonsschule Reussbühl sowie das Sicherheitszentrum finden diesen Herbst statt. Im Bildungsdepartement hat Reto Wyss unter anderem die Änderung des Volkschulbildungsgesetzes (2011), die Änderung des Universitätsgesetzes (2014) verantwortet und im Finanzdepartement beispielsweise den Neubau des Verwaltungsgebäudes am Seetalplatz (2021), oder die Änderung des Gesetzes über den Finanzausgleich (2025), um ein paar zu nennen.

Nicht nur Abstimmungen haben sein Schaffen geprägt, sondern auch politisch anspruchsvolle Projekte wie etwa das Sparprogramm 2017, die Corona-Pandemie oder die Mangellage Energie. «Solche herausfordernden Zeiten und Projekte lassen einen wachsen und schweissen das Team zusammen», bilanziert Reto Wyss. Er habe die Arbeit inhaltlich und insbesondere mit den jeweiligen Teams im Bildungs- und Kulturdepartement sowie im Finanzdepartement sehr geschätzt. Gerade auch die Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitenden, «die Projekte ausarbeiten, umsetzen und so stets dem Wohl der Bevölkerung dienen», bleibe ihm in positiver Erinnerung. In engem Austausch war der einstige Bildungs- und Kulturdirektor auch mit zahlreichen Institutionen wie etwa dem Luzerner Sinfonieorchester, der Pädagogischen Hochschule, der Universität, dem Lucerne Festival oder als Finanzdirektor mit den hiesigen Unternehmen. Es war ihm immer ein grosses Anliegen, ihre Bedürfnisse zu kennen und zu berücksichtigen, «weil ich ihre Arbeit wertschätze und weiss, was sie für den Kanton leisten».

Vorfreude auf eine weniger getaktete Agenda
Während seiner gesamten Amtszeit hat Reto Wyss die Regierung in verschiedener Zusammensetzung erlebt. Die Zusammenarbeit «war immer konstruktiv, auch wenn wir manchmal nicht die gleiche Haltung vertreten haben», sagt er. Das amtierende Kollegium sei gut aufgestellt und ein tolles Gremium für die Zusammenarbeit und die Weiterentwicklung des Kantons, hält der Finanzdirektor fest. Er werde die Austausche, die intensiven Diskussionen, aber auch die einzelnen Persönlichkeiten vermissen.

Nach 16 Jahren im Amt als Regierungsrat – mit einer meist fremdbestimmten Agenda – freue er sich nun auf die neue Ära und vor allem darauf, mehr Zeit mit seiner Familie und seinen Freunden zu verbringen, einfach mal spontan in die Berge zu gehen oder eine Skitour zu machen. Diese Spontanität ist als Regierungsrat kaum möglich bei den vielen verpflichtenden Terminen. Nichtsdestotrotz «werde ich bis zum letzten Tag alles geben für den Kanton Luzern», so der 61-Jährige. «Ich erachte es als grosses Privileg, Regierungsrat zu sein und mit dieser sinnstiftenden Aufgabe, den Kanton Luzern vorwärtszubringen.»

Wohin der Weg für Regierungsrat Reto Wyss in Zukunft gehen wird, wird sich noch weisen. Er kann sich verschiedene Aufgaben vorstellen.

Seinen Regierungsratskolleginnen- und Kollegen wünscht er weiterhin viel Freude an ihrem Amt, die nötige Gelassenheit, die ein solche Tätigkeit erfordert und Erfolg in allen anstehenden Projekten.

Anhang
Foto 1: Nach den Wahlen 2023 – Michaela Tschuor und Reto Wyss werden in die Luzerner Regierung gewählt. Für Reto Wyss ist es das vierte Mal.
Foto 2: Auf der Baustelle beim Seetalplatz, wo noch dieses Jahr die ersten Dienststellen einziehen werden (Foto: September 2023).
Foto 3: Während des Präsidialjahres 24/25: Reto Wyss als Regierungspräsident an der Gedenkfeier Sempach. Rechts im Bild der Gastredner Prof. Dr. Peter Gautschi.
Foto 4: Zu Besuch bei einem Luzerner Unternehmen – «Thömus» in Ebikon. Als passionierter Radfahrer war das für Regierungsrat Reto Wyss ein toller Anlass.
Foto 5: Freizeit – Wandern in den Schweizer Bergen mit seiner Ehefrau Ilga Wyss-Cerutti.