
Bevor der Festakt in der Kirche stattfand, gab es einen Einzug der beteiligten Gruppierungen durchs Städtli Sempach.
Am Sonntag gedachte der Kanton Luzern der Schlacht bei Sempach mit einem Gottesdienst und einem Festakt. Bundesrat Martin Pfister spannte in seiner Festrede den Bogen von der Schlacht 1386 bis zur Gegenwart – und sprach über das kollektive Gedächtnis der Schweiz.
Die Gedenkfeier zur Schlacht bei Sempach folgte am Sonntag dem traditionellen Ablauf: öffentliches Morgenbrot im Städtli, anschliessend ökumenischer Gottesdienst und Festakt in der Kirche. Danach waren die Besucherinnen und Besucher zu einem Apéro eingeladen. Rund 1700 Personen nahmen an der Gedenkfeier teil. Mitgestaltet wurde der Anlass vom Gastkanton Schwyz und der Gastgemeinde Wikon.
Die Festrede hielt Bundesrat Martin Pfister. Ein Land sei nicht allein durch Schienen und Strassen verbunden, sagte er. «Es lebt auch von gemeinsamen Erinnerungen und Geschichten.» Nachdenken über Geschichte schaffe Verständnis für die Zusammenhänge über die Aktualität hinaus, so Bundesrat Pfister. «Sempach kann auch als Aufforderung zum Handeln verstanden werden: Den Zusammenhalt zu stärken, Konflikte nach Regeln zu lösen, Unterschiede auszuhalten und uns an der Vielfalt zu freuen und alles zu tun, damit Gewalt nicht wieder „zur Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln wird“, wie der preussische Militärhistoriker Carl von Clausewitz den Krieg bezeichnete.» Zum Schluss seiner Ansprache richtete der Bundesrat einen Appell an die Besuchenden: «Stehen auch wir nicht still.» Geschichte sei nie einfach nur Schicksal. «Sie entsteht dort, wo Menschen zusammenhalten, Verantwortung übernehmen und bereit sind, für das Gemeinwohl, die Gesellschaft und das Land einzustehen. Damals. Heute. Und morgen.»
Geschichte verbindet
Die Bedeutung von Zusammenhalt und Freiheit betonte auch die Luzerner Regierungspräsidentin Michaela Tschuor in ihrer Ansprache. «Die Geschichte von Sempach erinnert uns daran, dass Frieden, Freiheit und Sicherheit nie selbstverständlich sind», sagte sie. Die Gedenkfeier mache sichtbar, «Teil einer Geschichte zu sein, die vor uns begonnen hat und nach uns weitergeht». Sie verbinde Vergangenheit und Gegenwart. «Vor allem aber verbindet sie Generationen. Sie erinnert uns daran, dass wir unser Land nicht bei null beginnen», so Regierungspräsidentin Tschuor. Die Geschichte könne man nicht ändern. «Aber wir können entscheiden, was wir aus ihr lernen.»
Jubiläum gefeiert
Der Gottesdienst wurde von Pfarreileiter Franz Zemp und Pfarrer Hans Weber gestaltet, unter musikalischer Mitwirkung der Musikgesellschaft Harmonie Sempach. Ein Jubiläum feierte an der Gedenkfeier die «historische Kriegergruppe Sempach». Sie wird dieses Jahr 140 Jahre alt. Gegründet wurde sie 1886, anlässlich der 500-Jahre-
Anhang
Foto: Bundesrat Martin Pfister bei seiner Festrede.
Foto: Regierungspräsidentin Michaela Tschuor bei ihrer Ansprache.
Foto1, Foto2: Bevor der Festakt in der Kirche stattfand, gab es einen Einzug der beteiligten Gruppierungen durchs Städtli Sempach.
Foto: Auszug aus der Kirche.
Bilder: Claudia Lötscher
