Absichtserklärung unterzeichnet – Meilenstein im Projekt «Weiterentwicklung Langzeitpflege Uri»

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Gemeinsam ein Schritt weiter in die Zukunft der Langzeitpflege: Der Kanton Uri, der Urner Gemeindeverband mit allen Urner Gemeinden und die Institutionen Seniorenzentrum Ursern, Seniorenzentrum Oberes Reusstal, Spannort Erstfeld, Gosmergartä Bürglen, Rüttigarten Schattdorf, Alters- und Pflegeheim Rosenberg, Seerose Flüelen und Pflegezentrum Urnersee haben die Absichtserklärung zur koordinierten Weiterentwicklung der Langzeitpflege unterzeichnet. Ebenfalls hat die Spitex Uri die Absichtserklärung unterzeichnet. Bildmitte: Bruno Gamma, Urner Gemeindeverband, und Gesundheitsdirektor und Landammann Christian Arnold mit der Absichtserklärung.

Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung zur Weiterentwicklung der Langzeitpflege setzen Gemeinden, Institutionen und Kanton ein starkes Zeichen für eine koordinierte und zukunftsfähige Langzeitpflege im Kanton Uri.

Die Weiterentwicklung der Langzeitpflege in Uri kommt voran. Vertreterinnen und Vertreter des Kantons, der Urner Einwohnergemeinden sowie der Spitex Uri und der Pflegeheime haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Das Dokument hält fest: Die Beteiligten wollen die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer neuen, gemeinsamen Organisation der Langzeitpflege koordiniert, abgestimmt und partnerschaftlich angehen. Mit dieser Erklärung bekräftigen Kanton, Gemeinden und Institutionen ihren politischen und fachlichen Willen, die Langzeitpflege in Uri vorausschauend und gemeinsam zu gestalten – zum Wohl der Bevölkerung.

Strategische Vorbereitung bis zur Volksabstimmung

Die neue Organisation – eine gemeinnützige Aktiengesellschaft im Besitz von Kanton und Gemeinden – soll künftig alle Pflegeleistungen aus einer Hand anbieten: von der Spitex über die stationäre Pflege bis hin zu neuen Angeboten wie betreutem Wohnen oder Tagesstrukturen. Die Gründung ist Teil des laufenden Projekts «Weiterentwicklung Langzeitpflege Uri».

Natürlich sind bei einem Projekt mit vielen Beteiligten noch längst nicht alle Fragen geklärt. Im breit abgestützten Prozess sollen sich aber alle Beteiligten früh einbringen können, damit die offenen Fragen und allfällige Bedenken fundiert angesprochen und abgeklärt werden können. Die heute unterzeichnete Absichtserklärung ist denn auch nicht rechtlich bindend. Aber sie ist ein politisches Zeichen: Die Langzeitpflege ist eine Aufgabe, die gemeinsam gemeistert werden soll. Landammann Christian Arnold bringt das gemeinsame Ziel auf den Punkt: «Alle pflegebedürftigen Urnerinnen und Urner und ihre Angehörigen sollen auch künftig auf eine gute und bedürfnisgerechte Betreuung zählen können.»

Die Absichtserklärung nennt konkrete Themenbereiche, in denen eine engere Zusammenarbeit bereits vor einer allfälligen Neugründung sinnvoll ist. Dazu gehören unter anderem die Standardisierung von IT-Systemen, eine koordinierte Beschaffung, die Harmonisierung der Personalpolitik sowie gemeinsame Ansätze bei Qualitätssicherung, Weiterbildung und tariflicher Entwicklung. Die Umsetzung liegt im Ermessen der Institutionen und erfolgt freiwillig innerhalb ihrer Zuständigkeiten. «Demografisch steht Uri vor grossen Herausforderungen. Wir müssen unsere Ressourcen bestmöglich bündeln», sagt Bruno Gamma, Präsident des Urner Gemeindeverbandes.

Pflege bleibt lokal, Zusammenarbeit wird gestärkt

Die heutige Unterzeichnung zeigt: Uri sorgt gemeinsam vor. Die Pflege bleibt in der Region – die Zusammenarbeit wird gestärkt. Die Bevölkerung soll sich auch künftig auf eine gute Versorgung im Alter verlassen können – zu Hause, in der Tagesstruktur oder im Pflegeheim. «Für die Urner Institutionen ist klar, dass eine stärkere Zusammenarbeit notwendig ist und Vorteile bringt», sagt Engelbert Zurfluh vom Branchenverband ARTISET Uri. Alle Urner Heime und Institutionen wie Spitex Uri haben die Absichtserklärung unterzeichnet. Einzig die Stiftung Pflegewohngruppe Höfli hat mit Verweis auf den für Uri einmaligen Stiftungszweck und den speziellen Fokus der Institution auf die Unterzeichnung der Absichtserklärung verzichtet.

Selbstverständlich bedingt eine Neu-Organisation der Langzeitpflege in Uri auch einen politischen Prozess: Schlussendlich bleibt es ein Entscheid der Urnerinnen und Urner, ob diese neue Unternehmung gegründet werden kann oder nicht. Deshalb wird die Stimmbevölkerung voraussichtlich Ende 2027 über eine entsprechende Gesetzesvorlage entscheiden können. Bei einer Annahme der Volksabstimmung soll ab 2028 mit den Vorbereitungen begonnen werden. Die neue Unternehmung soll im Jahr 2030 den Betrieb aufnehmen.

Kurz erklärt: «Weiterentwicklung Langzeitpflege»

In Uri stellen sich grosse Herausforderungen im Bereich der Langzeitpflege. Insbesondere ist der demografische Wandel im Kanton Uri erheblich: Die Zahl der über 80-Jährigen wird um mehr als 80 % zunehmen. Heute leben in Uri rund 2000 Personen, die über 80 Jahre alt sind. Im Jahr 2040 werden es über 3700 sein.

Die Urner Gemeinden und der Kanton haben gemeinsam das Projekt «Weiterentwicklung Langzeitpflege Uri» gestartet. Im Projekt sind neben den Gemeinden und dem Kanton die folgenden Akteure integriert:

  • Urner Pflegeheime
  • Spitex Uri
  • Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU)
  • Curaviva Uri
  • SRK Kantonalverband Uri
  • Kantonsspital Uri
  • Pro Senectute Uri
  • Sozialversicherungsstelle Uri
  • Alzheimervereinigung Uri
  • Ärztevereinigung Uri

Ziel des Projekts ist, für die pflegebedürftigen Personen auch in Zukunft eine bedarfsgerechte und finanzierbare Versorgung sicherstellen zu können und künftig Leistungen im Bereich der Langzeitpflege «aus einer Hand» zur Verfügung zu stellen. In mehreren Urner Pflegeheimen sind grössere Bauprojekte/verstärkte Kooperationen in Planung oder Umsetzung (Brickermatte, Betreutes Wohnen Schattdorf, Zusammenarbeit Institutionen Andermatt/Wassen etc.). Diese Bauprojekte werden laufend mit dem «Projekt Weiterentwicklung Langzeitpflege Uri» koordiniert. Um langfristig die Versorgung der pflegebedürftigen Personen gewährleisten zu können, sind alle Urner Pflegeheime auch weiterhin mit ihrem bestehenden Angebot notwendig.