Der Vierwaldstättersee wurde im Auftrag der Fischereikommission Vierwaldstättersee und mit Unterstützung des Bundesamtes für Umwelt wissenschaftlich untersucht. Diese standardisierte Befischung erfolgte 2025 zum zweiten Mal. Der nun vorliegende Ergebnisbericht zeigt einen insgesamt stabilen und naturnahen Fischbestand. Der Klimawandel und weitere Faktoren dürften jedoch einen zentralen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Fischbestände darstellen. Die wichtigsten Resultate werden im November an der Hochschule Luzern in Horw vorgestellt.
In den schweizerischen Voralpenseen leben überdurchschnittlich viele endemische, also weltweit nur dort vorkommende Fischarten. Für diese Arten trägt die Schweiz eine besondere Verantwortung. Um ein Ökosystem mit den darin lebenden Organismen schützen und erhalten zu können, muss dessen Zustand bekannt sein. Im Auftrag der Fischereikommission Vierwaldstättersee und mit Unterstützung des Bundesamts für Umwelt wird deshalb periodisch eine standardisierte Befischung durchgeführt. Dabei werden alle Fischarten, auch die fischereilich nicht interessanten, systematisch erfasst. Dies ermöglicht eine repräsentative Momentaufnahme der Fischvielfalt im Vierwaldstättersee und damit auch Rückschlüsse auf Veränderungen in der Fischgemeinschaft, deren Habitatnutzung sowie Unterschiede zwischen den beiden Seeteilen und anderen Seen des Alpenraums. Die standardisierte Befischung des Vierwaldstättersees fand 2014 erstmals statt, 2018 folgte der Seeteil Alpnachersee und 2025 wurde die Befischung im gesamten Vierwaldstättersee erneut durchgeführt. Der soeben erschienene Bericht umfasst die Ergebnisse aller drei Befischungen.
Fischbestand insgesamt stabil und naturnah
Bei den Fischbeständen war insbesondere die Zunahme wärmeliebender Arten auffallend, wobei gleichzeitig bei einzelnen in der Tiefe lebenden Arten (wie Seesaiblinge und Trüschen) ein Rückgang zu verzeichnen war. Insgesamt kann der Zustand des Fischbestands im Vierwaldstättersee als recht stabil und naturnah beurteilt werden. Im mit dem Vierwaldstättersee verbundene Alpnachersee hat sich der Fischbestand zwischen 2018 und 2025 verschlechtert. Sowohl die Fischdichte als auch die Fischbiomasse haben abgenommen. Die Ursachen für die unterschiedlichen Entwicklungen der beiden Seeteile sind nicht bekannt. Die fortschreitende Erwärmung der Gewässer, die Entwicklung der Nährstoffverhältnisse sowie das Auftreten invasiver Arten wie der Quaggamuschel stellen zentrale Faktoren dar, die die zukünftige Entwicklung der Fischgemeinschaften massgeblich beeinflussen dürften. Vor diesem Hintergrund sind eine kontinuierliche Überwachung der Fischbestände sowie gezielte Massnahmen zur Verbesserung der Lebensräume und zur Reduktion von Belastungen im gesamten See von zentraler Bedeutung.
Am 9. November 2026 wird der Projektleiter und Studienautor Pascal Vonlanthen die wichtigsten Resultate der Standardisierten Befischung an der Hochschule Luzern in Horw persönlich vorstellen. Weitere Informationen werden zu gegebener Zeit auf der Website der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) publiziert.
Anhang
- Bericht zu den standardisierten Befischungen
- Webseite mit weiteren Informationen zur Fischereikommission Vierwaldstättersee
- Foto 1: Pascal Vonlanthen, Projektleiter Befischung
- Foto 2: Setzen eines Vertikalnetzes im Vierwaldstättersee
- Foto 3: Netz- und Vermessungsplatz in Brunnen
- Foto 4: Fisch-Vermessungsstation im Feld


