Japankäfer: Weiterer Befallsherd in der Luzerner Allmend

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Japankäfer (Quelle: Christian Schweizer, Agroskop)

Im Rahmen einer intensivierten Gebietsüberwachung wurde in der Umgebung der Luzerner Allmend eine Japankäfer-Population nachgewiesen. Der Kanton Luzern scheidet deshalb einen neuen Befallsherd aus, zusätzlich zum seit Sommer 2025 bestehenden Befallsherd in Neuenkirch.Ab dem 1. August 2026 gelten im betroffenen Gebiet umfassende Massnahmen wie ein Bewässerungsverbot für Grünflächen sowie ein Transportverbot für Grüngut aus dem betroffenen Gebiet. Damit soll eine weitere Ausbreitung des gebietsfremden Schädlings verhindert und die Population getilgt werden.

Das Schadenspotenzial des Japankäfers wird für die Schweiz auf jährlich mehrere hundert Millionen Franken geschätzt. Im Auftrag des Bundes überwachen die Kantone den invasiven Schädling deshalb. Da sich bereits 2025 ein einzelner Japankäfer in einer Falle auf der Luzerner Allmend befand, verdichtete der Kantonale Pflanzenschutzdienst das Fallennetz in dieser Region für die Flugsaison 2026. Bis Ende Juli gingen an den verschiedenen Standorten auf dem Gebiet der Stadt Luzern sowie den Gemeinden Horw und Kriens insgesamt 25 Japankäfer in die Falle. Damit muss von einer kleinen Population in diesem Gebiet ausgegangen werden.

Neuer Befallsherd mit Bekämpfungsmassnahmen
Um eine weitere Ausbreitung des Japankäfers zu verhindern und die Population zu tilgen, scheidet der Kanton Luzern im betroffenen Gebiet gemäss den Vorgaben des Bundes einen Befallsherd sowie eine angrenzende Pufferzone aus. Im abgegrenzten Gebiet befinden sich die Gemeinden Adligenswil, Buchrain, Ebikon, Horw, Kriens, Luzern, Malters, Meggen und Schwarzenberg. Teilflächen der Gemeinden Horw, Kriens und Luzern bilden den Befallsherd, das restliche Gebiet gehört zur Pufferzone. Die Pufferzone schneidet zudem Gebiete der Kantone Nidwalden und Obwalden an, weswegen die beiden Nachbarskantone dort ebenfalls eine Pufferzone ausscheiden.

Im Befallsherd und in der Pufferzone gelten umfassende Massnahmen zur Bekämpfung des Japankäfers. Dazu gehört beispielsweise ein Bewässerungsverbot von Rasen- und Grünflächen im Befallsherd. Dadurch werden diese unattraktiv für die Eiablage der Japankäferweibchen. Für Sportrasen sind unter bestimmten Bedingungen Ausnahmegenehmigungen möglich. Auf Gesuch hin wurde für einzelne Sportrasen im betroffenen Gebiet eine solche Ausnahmegenehmigung erteilt. Diese ist mit zusätzlichen Auflagen verbunden. Zudem baut der Kanton die Anzahl Fallen weiter aus, um möglichst viele Käfer abzufangen und die Population so weiter einzudämmen. Weitere Massnahmen sollen die Ausbreitung der Käfer verhindern. So ist unter anderem der Transport von Grüngut aus dem Befallsherd oder aus der Pufferzone heraus verboten. Die ordentliche Grüngutabfuhr von Privathaushalten bleibt jedoch gewährleistet. Sämtliche Massnahmen sind in der Allgemeinverfügung vom 1. August 2026 festgehalten.

Gemeinsames Handeln entscheidend
Hat sich der Japankäfer einmal etabliert, ist seine Bekämpfung äusserst schwierig. Deshalb verfolgt der Bund das Ziel, Populationen konsequent zu tilgen. Um die weitere Ausbreitung des Japankäfers zu verhindern und damit die Chance auf eine Tilgung zu wahren, sind alle Betroffenen – Gemeinden, Landwirtschaftsbetriebe, Unternehmungen und die Bevölkerung – aufgerufen, sich zu informieren und die Vorgaben korrekt umzusetzen. Erläuterungen zu den geltenden Massnahmen sind auf der Webseite der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa.lu.ch) abrufbar. Die Massnahmen wirken sich unterschiedlich auf die Gemeinden aus. Betroffene Einwohnerinnen und Einwohner erhalten nähere Informationen bei ihren Wohngemeinden. Der kantonale Pflanzenschutzdienst steht im Austausch mit den Gemeinden und dem Bundesamt für Landwirtschaft.

 

Was tun bei einem Japankäfer-Verdacht?
Die Bevölkerung kann zudem einen Beitrag leisten, indem sie die Funde potenzieller Japankäfer meldet.

  • Aussehen: Der Japankäfer ist rund einen Zentimeter gross, besitzt kupferfarbene Flügeldecken sowie einen metallisch grün schimmernden Kopf und Halsschild. Am hintersten Körpersegment befinden sich auf jeder Seite fünf weisse Haarbüschel, am Hinterleib zwei weitere.
  • Wann: Die Flugzeit dauert in der Regel von Juni bis September.
  • Vorgehen bei Verdacht: Verdächtige Käfer bitte einfangen, einfrieren und zusammen mit einem Foto, dem genauen Fundort sowie, wenn möglich, dem Namen der Wirtspflanze melden. Die Meldung kann entweder über das Onlineformular Meldung Schadorganismen oder per E-Mail (pflanzenschutz.bbzn@sluz.ch) an den Kantonalen Pflanzenschutzdienst erfolgen.


Der Japankäfer – ein Quarantäneorganismus
Der Japankäfer (Popillia japonica Newman) ist ein hochschädlicher Quarantäneorganismus, der sowohl als Larve wie auch als erwachsenes Insekt erhebliche Schäden verursacht. Die Larven leben als Engerlinge im Boden und fressen die Wurzeln von Gräsern, was zum Absterben ganzer Flächen führen kann. Besonders betroffen sind humose und feuchte (bewässerte) Grünflächen, die bevorzugte Eiablageorte darstellen. Die Käfer befallen und gefährden über 400 verschiedene Pflanzenarten, darunter Reben, Obstbäume, Beeren, Gemüse, Mais sowie zahlreiche Zier- und Wildpflanzen wie Ahorn und Linde. Typisch ist der sogenannte Skelettfrass, bei dem nur die Blattadern stehenbleiben. Auch Blüten und Früchte können stark geschädigt werden. Der Japankäfer ist nicht einheimisch und hat in der Schweiz keine natürlichen Feinde. Die regionale Ausbreitung durch Flug kann bis zu 20 Kilometer pro Jahr betragen. Japankäfer können jedoch noch grössere Strecken als «blinde Passagiere» in Fahrzeugen, Zügen oder im Gepäck zurücklegen. Daher ist bei der Rückreise aus den Sommerferien besondere Vorsicht geboten.

 


Anhang

  • Webseite mit den geltenden Massnahmen, Merkblättern, einer Kartenübersicht und weiteren Informationen (wird laufend aktualisiert)
  • Allgemeinverfügung über Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen gegen den Japankäfer (Popillia japonica Newman)
  • Karte mit dem abgegrenzten Gebiet
  • Umweltberatung Luzern
  • Flyer mit Informationen zum Japankäfer
  • Bild: Japankäfer (Agroscope)