Das Bildungs- und Kulturdepartement will die Elternbildung gezielt ausbauen und dafür eine Koordinationsstelle schaffen. Damit reagiert der Kanton Luzern auf die wachsenden Herausforderungen im Verhalten von Kindern und Jugendlichen sowie auf die zunehmenden Belastungen in den Familien. Ein zentraler Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in der engen Zusammenarbeit und der aktiven Mitwirkung der Eltern.
Die Herausforderungen in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen wachsen weiter, besonders im Umgang mit deren Verhalten. Seit 2019 hat sich im Kanton Luzern die Zahl der Sonderschulfälle im Bereich Verhalten und sozio-emotionale Entwicklung mehr als verdreifacht. Fachpersonen führen diese Entwicklung unter anderem auf die wachsenden Belastungen in den Familien und fehlende niederschwellige Unterstützungsangebote zurück. Im September 2025 hat auch der Kantonsrat den Handlungsbedarf anerkannt, überforderte Eltern wirksamer zu unterstützen. (P 227)
Warum Elternmitarbeit der Schlüssel ist
Schule und Elternhaus ziehen am selben Strang. Eine gelingende Elternmitarbeit und die Stärkung der Erziehungskompetenz sind keine reinen Hilfsmassnahmen, sondern das Fundament für eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Wenn Eltern aktiv in Bildungsprozesse eingebunden werden und Unterstützung erhalten, stärkt dies nicht nur das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, sondern schafft auch eine Brücke zwischen Schule und Familie. Eine gelebte Partnerschaft zwischen Eltern und Bildungsinstitutionen sorgt für ein stabiles Umfeld, in dem Kinder Halt finden und sich optimal entfalten können.
Das Bildungs- und Kulturdepartement sieht daher sechs gezielte Massnahmen vor, die auf Kooperation und Stärkung setzen:
- Schaffung einer Koordinationsstelle mit einem 60-Prozent-Pensum bei der Dienststelle Volksschulbildung.
- Gezielte Weiterbildung: Subventionierte Elternbildungsangebote in Erziehungsfragen.
- Nähe zu den Familien: Stärkung lokaler Angebote und bessere Vernetzung in den Gemeinden.
- Chancengerechtigkeit: Niederschwellige Zugänge und tiefere Teilnahmegebühren für vulnerable Familien.
- Aufklärung: Sensibilisierungs- und Kommunikationsmassnahmen.
- Nachhaltigkeit durch Qualitätssicherung und Controlling.
Grundlage für die Massnahmen ist ein Regierungsratsbeschluss von 2019. Dieser konnte bisher mangels Ressourcen nur teilweise umgesetzt werden. Für 2026 sind nun finanzielle Mittel in der Höhe von 193’000 Franken bewilligt. Die übrigen Kosten von 214’000 Franken sind im Aufgaben- und Finanzplan (AFP) 2026–2029 ab 2027 enthalten. Die Mittel werden gegebenenfalls zwischen dem Bildungs- und Kulturdepartement und dem Gesundheits- und Sozialdepartement gemäss einem vorgegebenen Kostenteiler gesplittet.
In Prävention investieren und Folgekosten senken
Der Ausbau der Elternbildung versteht sich als Investition in die Zukunft der gesamten Gesellschaft. «Die Investition ist präventiv angelegt: Bereits die Vermeidung weniger Sonderschulzuweisungen oder Fremdplatzierungen pro Jahr würde die Kosten kompensieren», sagt Regierungspräsident Dr. Armin Hartmann.
Durch die bewusste Einbindung der Eltern wird ein tragfähiges Netz geknüpft: «Wir wollen die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz stärken, die Schulen entlasten und langfristig Folgekosten im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich reduzieren», so Bildungsdirektor Hartmann weiter. Starke Eltern bedeuten starke Kinder – und ein funktionierendes Bildungssystem profitiert massgeblich von einer engagierten Elternmitarbeit.Strategiereferenz
/ Bildung / Vernetzung von Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft / Gesellschaftlicher Wandel gemäss Kantonsstrategie


