Sie zählt aufgrund ihrer revolutionären Hauptfigur zu einer der meistgespielten Opern weltweit: «Carmen» von Georges Bizet. Am Luzerner Theater ist die auf vier Figuren verdichtete Adaption «La Tragédie de Carmen» von Peter Brook ab dem 6. Februar zu sehen. Regisseurin Ulrike Schwab erzählt die Geschichte der Carmen mit Aktualitätsbezug und Nahbarkeit. Die Auseinandersetzung mit Macht, Beziehung und Reflexion steht im Fokus.
Carmen will frei sein und den Moment geniessen, was Don José nicht aushält. Seine vermeintliche Liebe für Carmen geht bald über Leidenschaft hinaus und steigert sich zur Obsession mit der wahnhaften Idee, Carmen besitzen zu wollen. Die Beziehung ist angespannt und von Don Josés Eifersucht geprägt. Er erträgt es nicht, als Carmen Escamillo kennenlernt, der ihren Drang zur Freiheit respektiert. Obwohl seine Jugendfreundin Micaëla Don José einen Ausweg bietet, endet die Geschichte tragisch.
Zum Zeitpunkt der Uraufführung 1875 erzählte die Oper von Georges Bizet eine realistische Geschichte aus dem Leben des einfachen Volkes. Seit jeher wird «Carmen» in etlichen Kontexten neu interpretiert und adaptiert. Peter Brook, Marius Constant und Jean-Claude Carrière verdichteten die originale Oper auf 90 Minuten Spieldauer und vier Protagonist*innen und schufen 1981 eine tiefgründige und unmittelbare Figur der Carmen. Die bekannten Melodien und Arien, die «Carmen» zu einer der erfolgreichsten Opern machten, sind auch in dieser Fassung enthalten. In der Regie von Ulrike Schwab wird die Figur der Carmen erneut in den aktuellen Kontext unserer Zeit gesetzt. Im Sinne Peter Brooks entfernt sie sich von der starren Idee des Carmen-Mythos und sucht die menschliche, kollektive Erfahrung.
Das Luzerner Sinfonieorchester spielt unter der Leitung von Paul-Boris Kertsman. In der Rolle des Don José stellt sich Hwapyeong Gwon als neues Ensemblemitglied dem Luzerner Publikum vor. In der Titelpartie kehrt die Mezzosopranistin Josy Santos als Gast ans Luzerner Theater zurück; sie singt die Carmen alternierend mit Ensemblemitglied Marcela Rahal. Vladyslav Tlushch wird als Escamillo auf der Bühne stehen. Vor wenigen Tagen konnte er beim Concurs Tenor Viñas den dritten Preis gewinnen. Damit ist er nach Marcela Rahal das zweite Ensemblemitglied des Luzerner Theaters in kurzer Zeit, das sich zu den Preisträger*innen dieses bedeutenden europäischen Gesangswettbewerbs zählen darf. Esther Aline Schneider, die als neues Ensemblemitglied bereits als Papagena in der «Zauberflöte» auf der Luzerner Bühne stand, wird als Micaëla zu erleben sein.
Weitere Daten
So, 22.02. (15.00) / Mi, 25.02. (19.30) / Do 05.03. (19.30) / So 08.03. (19.00) / Fr 13.03. (19.30) / Do 19.03. (19.30) / Fr 27.03. (19.30) / Mo 06.04. (17.00) / Sa 18.04. (19.30) / Di 05.05. (19.30) / Do 28.05. (19.30) / Di 02.06. (19.30)
Produktionsteam
Musikalische Leitung: Paul-Boris Kertsman, Regie: Ulrike Schwab, Bühne: Paul Zoller, Kostüme: Lena Schmid, Licht: Stefan Jaeggi, Bewegungscoach: Phoebe Jewitt, Dramaturgie: Pia-Rabea Vornholt
Besetzung
Carmen: Josy Santos / Marcela Rahal, Don José: Hwapgyeong Gwon, Micaëla: Esther Aline Schneider, Escamillo: Vladyslav Tlushch, Lillas Pastia: Camilla Gomes dos Santos, Zuniga: Ruben Pedro Da Costa
Luzerner Sinfonieorchester
Weitere Informationen zu «La Tragédie de Carmen» finden Sie unter
luzernertheater.ch/latragediedecarmen

