Luzerner Theater, Geschäftsbericht 24/25 Publikumsstark und finanziell solide

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Luzerner Theater August24 Foto Ingo Hoehn

Das Luzerner Theater veröffentlicht heute den Geschäftsbericht für die Spielzeit 24/25. Die Kennzahlen der abgeschlossenen Saison sind in mehrfacher Hinsicht erfreulich. So stiegen unter anderem die Zahl der Abonnent*innen und die prozentuale Auslastung der Vorstellungen erneut deutlich an. Die Sparte jung erzielte mit 93 % Auslastung sogar einen neuen Bestwert.

 

Die Spielzeit 24/25 war in vielerlei Hinsicht eine besondere Spielzeit für das Luzerner Theater. Es wurden grosse künstlerische Erfolge gefeiert mit begeisterten Publikumsreaktionen, die sich auch in einer hervorragenden Auslastung niederschlagen, sowie überglücklichen Autorinnen und Autoren, die ihre Texte in Luzern erstmals auf der Bühne erlebten.

 

Es war aber auch eine Spielzeit, in der damit umgegangen werden mussten, dass mit dem Aus für das Projekt «überall» nach der Volksabstimmung die Zukunft des Theaterhauses vorerst ungeklärt bleibt. Im täglichen Betrieb wird immer deutlicher, dass das Haus in etlichen Bereichen stark sanierungsbedürftig ist und zunehmend wird. Am sichtbarsten für das Publikum wurde das, als wegen statischer Probleme zeitweise der 1. Rang gesperrt werden musste.

 

Über der Spielzeit stand das Motto «Von hier aus». Gerade vor dem Hintergrund der beschriebenen Ereignisse wurde die Wichtigkeit der Verankerung des Luzerner Theaters an diesem Ort und der Verbindung mit den Menschen in Luzern sichtbar. Die Produktionen haben einmal mehr gezeigt, wie wertvoll die längerfristige und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Ensembles ist, die hier vor Ort leben und arbeiten. In den vergangenen Jahren ist es gelungen ein Netzwerk aufzubauen, das grossartige künstlerische Projekte ermöglicht: Bestsellerautor*innen wie Benedict Wells und Nele Pollatschek vertrauen dem Luzerner Theater ihre Texte für Uraufführungen an. In der Operettenproduktion «Die Fledermaus» verstärkten Studierende der Musical Factory tanzend das Ensemble. Und für «Lost Violet» gelang die Gründung eines Theater-Jugendorchesters und eines Projektchors auch durch die Zusammenarbeit mit Partnern in der Stadt wie das Luzerner Sinfonieorchester. Der gute Ruf des Ensembles TanzLuzern hat mit Inbal Pinto und Andrea Miller einmal mehr grosse Choreografinnen nach Luzern gebracht.

 

Die Kennzahlen der Spielzeit 2024/25 sind für das Luzerner Theater in mehrfacher Hinsicht erfreulich. Die prozentuale Platzauslastung von 83 % (Vorjahr: 76 %) bedeutet eine erneute Steigerung.  Eine leicht geringere Anzahl an Vorstellungen gegenüber dem Vorjahr und die notwendige Sperrung des 1. Ranges zwischen Ostern und dem Saisonende im Juni, die eine Reduzierung der Platzkapazität um knapp 150 Plätze zur Folge hatte, erklärt die höhere prozentuale Auslastung nicht vollständig. Wichtige Faktoren waren auch die wiederum leicht gestiegene absolute Besucherzahl von 59 183 (Vorjahr: 58 781) und die deutliche Steigerung bei den Abonnements. Besonders erfreulich ist die Entwicklung in der Sparte jung, die mit einer Auslastung von 93 % (Vorjahr: 89 %) einen neuen Bestwert erzielte. Über alle Sparten und Veranstaltungen hinweg lag der Anteil der Besuchenden unter 30 Jahren erneut bei hohen rund 25%.

 

Im Bereich der Abonnements konnte ein deutlicher Zuwachs verzeichnet werden; in der Spielzeit 2024/25 stieg die Zahl der Abos um 13 %. Die Anzeichen verdichten sich, dass sich diese erfreuliche Entwicklung in der Saison 2025/26 nochmals verstärken wird. Besonders die Zunahme der Abonnements mit Vorstellungen aus allen Sparten macht deutlich, dass das vielfältige Programmangebot vom Publikum

besonders geschätzt wird.

 

Das Betriebsbudget von CHF 25 Mio. sah für die abgelaufene Spielzeit einen Gewinn von CHF 80 000 vor. Im Ergebnis schliesst das Luzerner Theater jedoch mit einem Verlust von knapp CHF 80 000 ab. Die Ausgaben bewegten sich dabei vollständig innerhalb der budgetierten Grössen – ein Zeichen für eine hohe Ausgabendisziplin und präzise Budgetierung. Die Abweichung ist ausschliesslich auf die Einnahmenseite zurückzuführen: Die Erträge lagen um CHF 160 000 unter den Erwartungen, was direkt und ausschliesslich auf die Sperrung des 1. Ranges zurückzuführen ist.

 

Trotz dieser Einschränkung konnte der Eigendeckungsgrad nahezu stabil gehalten werden. Mit 16.8 % liegt er nur minimal unter dem Vorjahreswert von 16.9 %. Ohne die temporäre Reduktion der Platzkapazität wäre der Eigendeckungsgrad um rund 0.5 Prozentpunkte höher ausgefallen und hätte damit sowohl dem Budget als auch der positiven mehrjährigen Entwicklung entsprochen.

 

Insgesamt zeigt die Spielzeit 2024/25 ein betrieblich stabiles, publikumsstarkes und finanziell solide geführtes Theater, das auch unter erschwerten Rahmenbedingungen hohe künstlerische Qualität zeigt und einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt leistet.