Der Luzerner Kantonsrat hat am ersten Tag der März-Session die Volksinitiative «Gegen Fan-Gewalt» abgelehnt. Er unterstützt den Gegenentwurf des Regierungsrates. Deutlich gutgeheissen wurde das neue Fördermodell für mittelgrosse Kulturbetriebe. Einstimmig genehmigte der Kantonsrat den Grundstückkauf für das Kantonsgericht.
Der Kantonsrat setzt bei der Verhinderung von Gewalt rund um Fussballspiele auf den «Luzerner Weg» mit verbindlichen Auflagen an den FC Luzern, polizeilichen Massnahmen sowie Dialog und Prävention. Er unterstützt den Gegenentwurf zur Volksinitiative «Gegen Fan-Gewalt» (B 74). Die Initiative dagegen wird abgelehnt, weil sie wenig zielführend sei. Sie verlangt unter anderem Identitätskontrollen. Dies erachtet die Mehrheit des Kantonsrates als nutzlos, da Daten von Matchbesucherinnen und -besuchern nicht gespeichert werden dürfen.
Das neue Fördermodell für mittelgrosse Kulturbetriebe (B 69) wird vom Parlament befürwortet. Wiederkehrende strukturelle und betriebliche Kosten ausgewählter Kulturbetriebe werden von Kanton und Gemeinden künftig zu je 50 Prozent getragen. Für den Kanton bedeutet dies Mehrkosten von jährlich maximal sechs Millionen Franken. Eine erste Botschaft hatte das Parlament vor drei Jahren zur Überarbeitung an den Regierungsrat zurückgewiesen.
Einstimmig für den neuen Standort des Kantonsgerichts
Der neue Standort für das Kantonsgericht im Quartier Würzenbach in der Stadt Luzern ist vom Kantonsrat in erster Beratung gutgeheissen worden (B 76). Damit findet eine seit langer Zeit laufende Diskussion einen Abschluss. Der Sonderkredit von 18,5 Millionen Franken für den Kauf des Grundstücks wurde einstimmig bewilligt. Die Volksabstimmung findet am 14. Juni 2026 statt.
Der Kantonsrat hat das Gesetz über die Wirtschaftsförderung und Regionalpolitik (B 65) in der zweiten Beratung verabschiedet. Die Gesetzesänderung ist die Folge der OECD-Mindestbesteuerung. Vorgesehen ist ein Massnahmenpaket für die Standortförderung von jährlich rund 300 Millionen Franken. Die Volksabstimmung ist für kommenden September geplant.
Aus dem Kantonsrat verabschiedet wurde Peter Fässler (SP, Luzern). Er war seit 2014 Mitglied des Luzerner Kantonsparlaments. Sein Nachfolger wird André Renggli (SP, Ebikon).
Am ersten Tag der März-Session hat der Luzerner Kantonsrat 25 Geschäfte auf der Traktandenliste behandelt. Die Session wird am Dienstag, 24. März 2026, fortgesetzt und kann live auf www.lu.ch oder auf der Tribüne im Kantonsratssaal mitverfolgt werden.
Neue Funktion im Live-Stream: Im Live-Stream auf www.lu.ch kann während der laufenden Übertragung zurückgespult werden. Dazu kann mit einem Klick auf der Zeitachse an die gewünschte Stelle gesprungen werden.
Anhang
Video Volksinitiative «Gegen Fan-Gewalt» und Gegenentwurf
Kurzprotokoll
Liste der neu eröffneten Vorstösse

