Abfall fällt in jedem Betrieb an. Karton, Folien, Plastikverpackungen – das summiert sich, Tag für Tag. Und irgendwann kommt die Frage auf: Geht das nicht auch günstiger? In vielen Fällen lautet die Antwort ja. Vorausgesetzt, man schaut genauer hin und hinterfragt, was bislang als selbstverständlich galt.
Entsorgungskosten: ein Posten, der stetig wächst
Die Ausgaben für die Abfallentsorgung sind in der Schweiz über die letzten Jahre kontinuierlich gestiegen. Dazu kommen rechtliche Vorgaben, die Betriebe zunehmend in die Pflicht nehmen. Das Schweizer Umweltschutzgesetz verlangt eine sorgfältige Abfallbewirtschaftung, und die Kantone verschärfen ihre Anforderungen an Trennung und Verwertung laufend. Das Bundesamt für Umwelt hält in seiner Übersicht zur Kreislaufwirtschaft fest, dass die Schweiz beim Siedlungsabfall pro Kopf weltweit zu den Spitzenreitern gehört – die Ziele einer nachhaltigen Ressourcennutzung sind längst nicht erreicht.
Für kleinere und mittlere Betriebe heisst das: Der finanzielle Druck nimmt zu. Aber genau darin liegt auch eine Chance. Denn wer seine Entsorgung ehrlich hinterfragt, findet fast immer Stellschrauben, an denen sich drehen lässt.
Verdichtung als unterschätzter Hebel
Karton und Kunststoff nehmen unkomprimiert erstaunlich viel Platz ein. Container füllen sich rasch, Entsorgungsfahrten häufen sich – und die Kosten steigen mit. Ballenpressen und Verdichter schaffen hier Abhilfe. Sie bündeln Materialien direkt vor Ort zu kompakten Ballen und reduzieren das Volumen drastisch. Betriebe im Handel oder in der Produktion, die regelmässig grosse Mengen Karton oder Plastik verarbeiten, merken den Unterschied innerhalb weniger Wochen. Weniger Volumen heisst weniger Abholungen – und das schlägt sich unmittelbar in tieferen Rechnungen nieder.
Verdichtung allein reicht allerdings nicht. Es lohnt sich, den gesamten Entsorgungsprozess einmal Schritt für Schritt durchzugehen.
Organisatorische Massnahmen mit sofortiger Wirkung
Manche Anpassungen kosten kaum etwas und zeigen trotzdem rasch Resultate:
Mülltrennung konsequent umsetzen: Papier, PET, Glas und Metall sauber getrennt zu erfassen, senkt Gebühren und vereinfacht das Recycling erheblich.
Verpackungsmaterial an der Quelle reduzieren: Ein Gespräch mit Lieferanten über minimierte Verpackungen wirkt direkt auf das Abfallvolumen.
Mehrweglösungen einsetzen: In der Gastronomie und im Veranstaltungsbereich amortisieren sich Mehrwegbehälter innert kurzer Zeit.
Mitarbeitende schulen: Ein kurzes Training zur korrekten Trennung bringt langfristig mehr als jedes neue Abfallsystem.
Klingt nach Selbstverständlichkeiten? Mag sein. Trotzdem scheitert es in der Praxis überraschend häufig an genau diesen Grundlagen. Viele Betriebe investieren in teure Technik und übersehen dabei die einfachsten organisatorischen Hebel.
Kreislaufwirtschaft – auch in der Innerschweiz ein Thema
Die aktualisierte Abfallplanung des Kantons Uri zeigt exemplarisch, wohin die Reise geht. Innerschweizer Kantone setzen vermehrt auf langfristige Strategien zur Abfallreduktion und Rohstoffschonung. Was auf politischer Ebene vorangetrieben wird, lässt sich im Betriebsalltag durchaus umsetzen – mit überschaubarem Aufwand und messbaren Ergebnissen. Es braucht keine Umstrukturierung von Grund auf. Vielmehr geht es darum, bestehende Abläufe kritisch zu prüfen und dort nachzujustieren, wo es am meisten bringt. In der Zentralschweiz, wo viele Gewerbebetriebe eng in regionale Netzwerke eingebunden sind, zahlt sich ein bewusster Umgang mit Ressourcen zudem auch fürs eigene Ansehen aus.
Das Fazit
Betriebe, die ihr Abfallmanagement gezielt angehen, gewinnen auf mehreren Ebenen. Die Entsorgungskosten sinken. Lagerflächen werden frei. Und der Betrieb signalisiert nach aussen, dass Ressourcenschonung kein blosses Lippenbekenntnis bleibt. Ausschlaggebend ist am Ende der ehrliche Blick auf bestehende Prozesse – und die Bereitschaft, den ersten Schritt zu machen.

