Ein Studienplatz im Ausland, ein Umzug über die Grenze, eine Firmengründung mit internationalen Partnern. In all diesen Situationen taucht früher oder später derselbe Satz auf einem Formular auf: „Bitte legen Sie eine beglaubigte Übersetzung bei.“
Für viele ist das der erste Moment, in dem sie merken, dass eine normale Übersetzung nicht ausreicht, und dass die Begriffe rund um dieses Thema ziemlich verwirrend sein können. Spezialisierte Übersetzungsbüros, wie zum Beispiel Tomedes, hören solche Fragen praktisch täglich, weil kaum jemand vor der ersten Anfrage weiss, welcher Begriff eigentlich genau gemeint ist. Hier sind acht Begriffe, die man kennen sollte, am besten schon bevor man sie braucht.
1. Beglaubigte Übersetzung
Eine beglaubigte Übersetzung ist eine Übersetzung, die von einer dazu befugten Person offiziell bestätigt wird. Diese Bestätigung sagt aus, dass die Übersetzung vollständig und inhaltlich korrekt ist. Behörden, Universitäten und Gerichte verlangen diese Form der Übersetzung meist für offizielle Dokumente wie Geburtsurkunden, Heiratsurkunden oder Zeugnisse.
Der Unterschied zu einer gewöhnlichen Übersetzung liegt nicht zwingend in der sprachlichen Qualität, sondern in der Verantwortung, die eine befugte Person offiziell übernimmt.
2. Vereidigter oder beeidigter Übersetzer
Ein vereidigter Übersetzer, in manchen deutschsprachigen Regionen auch als beeidigter Übersetzer bezeichnet, hat vor einem Gericht einen Eid abgelegt und ist dadurch berechtigt, Übersetzungen offiziell zu beglaubigen. Nicht jeder gute Übersetzer ist automatisch vereidigt, und nicht jede Behörde akzeptiert dieselbe Form der Beglaubigung.
Praxistipp: Vor der Beauftragung lohnt sich die Frage, ob die konkrete Behörde eine Beglaubigung durch einen im Inland vereidigten Übersetzer verlangt, oder ob auch eine im Ausland ausgestellte Beglaubigung anerkannt wird.
3. Apostille
Eine Apostille ist keine Übersetzung, sondern eine zusätzliche Bestätigung, dass ein Dokument oder eine Unterschrift echt ist. Sie wird von einer dafür zuständigen staatlichen Stelle ausgestellt und häufig zusätzlich zur beglaubigten Übersetzung verlangt, besonders bei Dokumenten, die für ein anderes Land bestimmt sind.
Viele Menschen verwechseln die Apostille mit der Übersetzung selbst und wundern sich, warum ein Dokument trotz korrekter Übersetzung zurückgeschickt wird. Der Grund ist meist, dass die Apostille schlicht fehlt.
4. Notarielle Beglaubigung
Anders als bei der beglaubigten Übersetzung bestätigt eine notarielle Beglaubigung nicht den Inhalt der Übersetzung, sondern die Identität der unterschreibenden Person oder die Echtheit einer Unterschrift. In manchen Ländern wird diese Form zusätzlich zur fachlichen Beglaubigung durch einen Übersetzer verlangt.
Praxistipp: Fragen Sie im Zweifel konkret nach, ob „beglaubigt“ im jeweiligen Zusammenhang die fachliche Übersetzerbeglaubigung, die notarielle Beglaubigung oder beides meint.
5. Ausgangssprache und Zielsprache
Diese beiden Begriffe wirken selbstverständlich, sorgen aber in der Praxis öfter für Verwirrung als man denkt. Die Ausgangssprache ist die Sprache des Originaldokuments, die Zielsprache die Sprache, in die übersetzt wird. Bei mehrsprachigen Dokumenten oder Rückübersetzungen kann diese Reihenfolge schnell durcheinandergeraten, mit entsprechenden Folgen für die Kosten- und Zeitplanung.
6. Fachübersetzung
Nicht jede Übersetzung, die inhaltlich korrekt ist, erfüllt automatisch die Anforderungen an eine Fachübersetzung. Medizinische, juristische oder technische Dokumente enthalten Terminologie, die eine spezialisierte Ausbildung oder langjährige Erfahrung im jeweiligen Fachgebiet voraussetzt. Ein Übersetzungsbüro, das mit Fachübersetzern für unterschiedliche Branchen arbeitet, kann hier gezielt die passende Expertise zuordnen, statt eine allgemeine Übersetzung für ein hochspezialisiertes Dokument einzusetzen.
7. Terminologiekonsistenz
Bei umfangreichen Projekten, etwa der Übersetzung eines mehrsprachigen Handbuchs oder einer Website mit vielen Unterseiten, kommt es darauf an, dass ein Fachbegriff im gesamten Dokument einheitlich übersetzt wird. Wechselt die Bezeichnung für denselben Begriff mitten im Text, wirkt das nicht nur unprofessionell, es kann bei rechtlich relevanten Dokumenten sogar zu Missverständnissen führen.
Praxistipp: Bei grösseren Projekten lohnt sich die Nachfrage, ob mit einem Translation-Memory oder Glossar gearbeitet wird, um genau diese Konsistenz sicherzustellen.
8. Lieferfrist bei Eilübersetzungen
Nicht jede Übersetzung kann im gewohnten Tempo erledigt werden. Bei dringenden Fristen, etwa einer kurzfristigen Gerichtsvorladung oder einer Bewerbungsfrist im Ausland, bieten viele Übersetzungsbüros Eilübersetzungen an. Wichtig zu wissen: Eile darf nicht zulasten der Qualität oder der Beglaubigungsfähigkeit gehen, sonst war der ganze Aufwand am Ende vergebens.
Wer regelmässig auf beglaubigte Übersetzungen angewiesen ist, etwa Unternehmen mit internationalen Kunden oder Personen mit familiären Verbindungen ins Ausland, profitiert davon, frühzeitig einen verlässlichen Ansprechpartner zu haben, der genau erklären kann, welche Form der Beglaubigung im konkreten Fall überhaupt benötigt wird, statt das im Nachhinein durch eine Rückweisung herauszufinden.
Die 8 Begriffe auf einen Blick
Begriff | Was er bedeutet | Wann er relevant wird |
Beglaubigte Übersetzung | Offiziell bestätigte, vollständige und korrekte Übersetzung | Urkunden, Zeugnisse, offizielle Anträge |
Vereidigter/beeidigter Übersetzer | Vor Gericht vereidigte Person, die Übersetzungen beglaubigen darf | Auswahl des richtigen Dienstleisters |
Apostille | Bestätigung der Echtheit eines Dokuments oder einer Unterschrift | Dokumente für den Einsatz im Ausland |
Notarielle Beglaubigung | Bestätigung der Unterschrift oder Identität, nicht des Inhalts | Zusätzlich zur Übersetzerbeglaubigung in manchen Ländern |
Ausgangs- und Zielsprache | Sprache des Originals und Sprache der Übersetzung | Kosten- und Zeitplanung bei mehrsprachigen Projekten |
Fachübersetzung | Übersetzung mit spezialisierter Fachterminologie | Medizinische, juristische, technische Dokumente |
Terminologiekonsistenz | Einheitliche Übersetzung von Fachbegriffen im ganzen Dokument | Handbücher, Websites, umfangreiche Projekte |
Eilübersetzung | Beschleunigte Lieferung ohne Qualitätsverlust | Kurzfristige Fristen und Deadlines |
Warum sich das Wissen vorher lohnt
Keiner dieser Begriffe ist für sich genommen kompliziert. Schwierig wird es erst, wenn man sie zum ersten Mal unter Zeitdruck nachschlagen muss, während eine Frist bereits läuft.
Wer diese acht Begriffe einmal verstanden hat, weiss beim nächsten Formular sofort, welche Frage er stellen muss, und verliert keine Zeit mit Dokumenten, die am Ende doch noch einmal überarbeitet werden müssen.


