Freiwillige leisten in den Luzerner Naturschutzgebieten einen wertvollen Beitrag

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Ranger Silvio Zumstein informiert über die Rangerausbildung

Seit Jahrzehnten arbeitet die kantonale Naturschutzfachstelle bei der Betreuung der Naturschutzgebiete mit lokalen Miliz-Betreuungspersonen zusammen. Mit ihrer Präsenz vor Ort und ihren Kenntnissen leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz und Erhalt der Naturschutzgebiete. Für die Vernetzung und Weiterbildung dieser Betreuerinnen und Betreuer sowie als Dankeschön fand diesen Herbst am Seeufer in Sempach eine Veranstaltung statt.

Sie heissen Rigiwächterin, Allmendaufsicht oder ganz sachlich Naturschutz-Betreuungsperson und sind als Freiwillige unterwegs. Sie kennen als Ortsansässige nicht nur Land und Leute, sondern auch die Lebensräume mit ihren Tier- und Pflanzenarten, welche das betreute Naturschutzgebiet besonders auszeichnen. Dazu haben die Betreuungspersonen ein Pflichtenheft, das ihre Aufgaben umschreibt. Sie beobachten Schutzgebiete, begleiten und überprüfen Pflege- und Aufwertungsmassnahmen und schauen, ob die Schutzbestimmungen eingehalten werden. Für ihren Einsatz erhalten sie eine bescheidene Entschädigung. «Das Wichtigste ist ihre Präsenz vor Ort», sagt die zuständige Fachbereichsleiterin in der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa), Françoise Schmit, und fügt hinzu: «Die Betreuungspersonen können durch ihr Fachwissen informieren und sensibilisieren und sind die Augen und Ohren vor Ort.» Im Kanton Luzern sind in 47 kantonalen und kommunalen Naturschutzgebieten mandatierte Miliz-Betreuungspersonen unterwegs. Je nach Grösse des Schutzgebietes und entsprechend dessen Entstehungsgeschichte gibt es Gebiete mit mehreren Dutzend Betreuungspersonen (z.B. die Rigi), mehrheitlich sind es aber nur ein, zwei Betreuungspersonen pro Gebiet.

Wissens- und Erfahrungsaustausch fördern
Um den fachlichen und persönlichen Austausch unter den Betreuungspersonen zu fördern, hat die kantonale Naturschutzfachstelle nach der erstmaligen Durchführung 2025 am vergangenen Samstag, 31. Oktober 2026, aufs Neue eine Veranstaltung organisiert. «Der Erfahrungsaustausch ist wichtig und interessant; man profitiert voneinander», sagt der seit vielen Jahren in mehreren Schutzgebieten tätige Ruedi Wüst-Graf. Die bewusste Koordination der Veranstaltung mit der anschliessenden Zentralschweizer Naturtagung bot den Teilnehmenden zusätzliche Gelegenheit, ihr Wissen zu vertiefen und sich über aktuelle Naturschutzthemen auszutauschen.

Lokale Betreuung und Rangerdienst ergänzen sich
Während der Kanton seit Jahrzehnten auf lokal verankerte Miliz-Betreuungspersonen setzt, sind an verschiedenen Orten durch Gemeindeverbände oder Städte beauftragte Rangerinnen und Ranger im Einsatz; am Hallwiler- und Baldeggersee, in Kriens und Luzern sowie als Pilotprojekt am Sempachersee. Der Rangerdienst Hallwilersee ist der älteste und bekannteste professionelle Rangerdienst in der Region. Beide Formen, Profi-Ranger und Miliz-Betreuungspersonen, übernehmen wichtige Aufgaben in der Beobachtung der Schutzgebiete sowie in der Information und Sensibilisierung der Bevölkerung im Auftrag von Städten oder Gemeindeverbänden. Während die Miliz-Betreuungspersonen insbesondere durch ihre langfristige lokale Verankerung und die Begleitung der Gebietspflege einen wichtigen Beitrag leisten, liegt ein Schwerpunkt der Rangerdienste nicht selten auf der gezielten Besucherlenkung. Gemäss Peter Ulmann, Abteilungsleiter Natur, Jagd und Fischerei bei der Dienststelle lawa, liegt im Zusammenspiel und der Zusammenarbeit der beiden Betreuungsmodelle reichlich Potenzial. Deshalb war das gegenseitige Kennenlernen am Beispiel des Rangerdienst-Pilotprojekts am Sempachersee der Schwerpunkt des Weiterbildungs- und Vernetzungsanlasses 2026.

Die Bevölkerung hält sich gerne im Freien und in Schutzgebieten auf und auch die Vegetationszeit wird aufgrund der Klimaveränderung länger. Das bedeutet: eine naturverträgliche Lenkung mit Information und Sensibilisierung steigt und eine kontinuierliche Betreuung der Schutzgebiete wird immer wichtiger. Mit ihrer lokalen Verankerung, ihren Gebietskenntnissen und ihrem vielfältigen Engagement leisten die Miliz-Betreuungspersonen einen unverzichtbaren Beitrag in der Verbundaufgabe zum Erhalt der Natur- und Landschaftswerte.


Strategiereferenz
Diese Massnahme dient der Umsetzung der politischen Schwerpunkte im Bereich
– Ökologisierung
– Gesellschaftlicher Wandel
gemäss Kantonsstrategie


Anhang
Bild 1 Peter Ulmann, Abteilungsleiter Natur, Jagd und Fischerei begrüsst die Teilnehmenden
Bild 2 Ranger Silvio Zumstein informiert über die Rangerausbildung