
Simon Epp, Präsident Bürgergemeinde Silenen; Roland Wüthrich, Leiter Amt für Forst und Jagd; Kurt Muther, Stiftung Streueriss; Wendelin Loretz, Waldchef Korporation Uri; Urs Herger, Wildhüter, Pierre Mollet, Vogelwarte Sempach (Bild: Amt für Fost und Jagd)
Mit gezielten Eingriffen im Wald werden im Maderanertal wertvolle Lebensräume für das Haselhuhn geschaffen und aufgewertet. Anlässlich eines Medienanlasses informierten die Projektverantwortlichen über die bisherigen Arbeiten, die Ziele und die Bedeutung der Waldpflege für die Förderung dieser schweizweit seltenen Waldvogelart.
Das Haselhuhn (Tetrastes bonasia) ist die kleinste in der Schweiz vorkommende Raufusshuhnart und zählt zu den charakteristischen Vogelarten strukturreicher Bergwälder. Da es auf ein Mosaik aus Deckung, Nahrung und lichten Bereichen angewiesen ist, gilt es als wichtige Zeigerart für ökologisch wertvolle Waldlebensräume. In vielen Regionen der Schweiz sind geeignete Lebensräume aufgrund der Überalterung der Waldbestände in den vergangenen Jahrzehnten seltener geworden.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt der Forstbetrieb der Korporationsbürgergemeinde Silenen im Rahmen eines Artenförderungsprojekts gezielte Waldbaumassnahmen um. Dazu gehören die Förderung von Beerensträuchern, die Schaffung von Waldauflichtungen, die Entwicklung gestufter Waldränder sowie die Verbesserung der Kleinstrukturvielfalt im Wald. Finanziell getragen wird dieses Projekt durch öffentliche Beiträge zur Artenförderung sowie die Stiftung Streueriss.
Waldpflege als aktiver Beitrag zur Artenförderung
«Die Förderung des Haselhuhns beginnt bei der Gestaltung seines Lebensraums», erklärt Kreisförster Michi Planzer vom Amt für Forst und Jagd. «Durch angepasste Waldpflege schaffen wir Bedingungen, von denen nicht nur das Haselhuhn, sondern zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten profitieren.» Seit Herbst 2025 führen die Forstfachleute des Forstbetriebs Silenen im Auftrag des Kantons Uri auf rund 10 Hektare Wald gezielte Waldpflegeeingriffe aus. Ohne diese aktive Waldbewirtschaftung entstehen im Projektperimeter in absehbarer Zeit einschichtige Fichtenbestände, welche weder dem Haselhuhn als Lebensraum dienen noch aus waldbaulicher Sicht wünschenswert sind.
Die Massnahmen werden in enger Zusammenarbeit zwischen Forstdienst, Forstbetrieb, Wildhut sowie Experten der Vogelwarte Sempach geplant und umgesetzt. Pierre Mollet von der Vogelwarte Sempach ist erfreut über die Wirkung des Projekts: «Das Projekt zeigt, dass forstliche Eingriffe und Biodiversitätsförderung erfolgreich miteinander verbunden werden können. Die im Maderanertal umgesetzten Massnahmen liefern wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Projekte zur Förderung des Haselhuhns».
Einsatz moderner Holzernteverfahren
Im Rahmen eines Medienanlasses erhielten Medienschaffende sowie zahlreiche Gäste die Gelegenheit, die praktischen Arbeiten der Forstgruppe Silenen zur Schaffung von Lichtungen im Wald mittels Seilkrananlage vor Ort zu besichtigen. Forstwart-Vorarbeiter Ueli Gisler führte dabei aus: «Die Förderung ökologisch sensibler Arten ist bei geeigneten Waldgebieten und fachkundiger Anwendung auch mit hochmechanisierten Holzernteverfahren möglich».
