Luzerner Theater, Premiere «Der zerbrochne Krug» am Samstag, 17. Oktober, 19.30 Uhr, Bühne

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Der zerbrochne Krug

Heinrich von Kleist im wilden Westen.
Ein zerbrochener Krug, ein verschwundener Richter und eine schweigende junge Frau: Für ihre Inszenierung von Heinrich Kleists «Der zerbrochne Krug» verwandelt Regisseurin Fritzi Wartenberg das Luzerner Theater in einen Saloon des Wilden Westens. Dabei rückt sie eine Figur ins Zentrum, die bei Kleist kaum zu Wort kommt.

 

Es ist Gerichtstag im kleinen Dorf Highsun im Wilden Westen. Sheriff Adam, der hier für Recht und Ordnung sorgen soll, scheint eine durchzechte Nacht hinter sich zu haben. Lädiert und völlig durch den Wind findet ihn sein Gehilfe, Deputy Light, der sich schon auf die Verhandlung freut. Vor der Tür wartet bereits die aufgebrachte Mrs. Martha. Sie beschuldigt Russel, den Verlobten ihrer Tochter Eve, ihren kostbaren Krug zertrümmert zu haben – ein Erbstück, das die ganze Geschichte der Vereinigten Staaten überlebt hat – bis heute. Russel beteuert seine Unschuld. Und Eve? Sie schweigt.

 

Kleists «Der zerbrochne Krug» ist eine Gerichtsfarce, in der sich die Suche nach dem Schuldigen zunehmend gegen denjenigen richtet, der eigentlich für Recht und Ordnung sorgen soll. Fritzi Wartenberg verschiebt mit ihren Überschreibungen einzelne Perspektiven und verleiht insbesondere Eve eine eigene Stimme, hält dabei aber am Versmass des Originals fest.

 

Die Entscheidung für das Western-Genre eröffnet einen spielerischen Zugang zu Kleists Komödie und verstärkt deren Themen von Recht, Macht, Schuld und Rache. Der Western wird dabei nicht nur als historische Kulisse verstanden, sondern als eine Welt, in der Fragen nach Gesetz, Ordnung und Selbstjustiz besonders unmittelbar erscheinen. Das Bühnenbild von Polly Stephan und die eigens entwickelte Musik von David Rimsky-Korsakow greifen ebenfalls Motive des Western-Genres auf.

 

Die 1997 in Köln geborene Regisseurin und Autorin Fritzi Wartenberg setzt sich humorvoll mit traditionellen Strukturen und Rollenmodellen in Beziehungen auseinander. Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2023 mit dem Helene-Weigel-Theaterpreis und 2025 mit dem Kurt-Hübner-Regiepreis. Nach «Monte Rosa» in der Spielzeit 2023/24 inszeniert sie nun mit Kleists «Der zerbrochne Krug» zum zweiten Mal am Luzerner Theater.

 

Weitere Daten

So, 25.10. (15.00 Uhr) / Mi, 28.10. (13.30 Uhr) / Do, 29.10. (09.30 Uhr) / So 08.11. (15.00 Uhr) / Sa, 14.11. (19.30 Uhr) / Fr, 20.11. (19.30 Uhr) / Mi, 25.11. (19.30 Uhr) / Fr, 27.11. (19.30 Uhr) / Do, 10.12. (19.30 Uhr) / Fr, 11.12. (19.30 Uhr) / Do, 7.1. (19.30 Uhr) / Fr, 8.1. (09.30 Uhr) / Fr, 15.1. (19.30 Uhr)

 

Produktionsteam

Regie: Fritzi Wartenberg, Bühne: Polly Stephan, Kostüme: Esther Von der Decken, Musik; David Rimsky-Korsakow, Licht: Petri Tuhkanen, Dramaturgie: Amelie Lopper

 

Besetzung

Christian Baumbach, Moïse de Quay, Jakob Dumke, Annina Hunziker, Tini Prüfert, Fabiola Octavia Strugalla, Carina Thurner

 

Weitere Informationen zu «Der zerbrochne Krug» finden Sie unter

Luzernertheater.ch/derzerbrochnekrug