Natur statt Einheitsgrün: Luzerner Gemeinden werten Flächen auf

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Geuensee 2026: Eine vielfältige Ruderalfläche mit Totholz, Steinhaufen, Mohn und Karde bietet ein Mosaik an unterschiedlichen Kleinstlebensräumen.

Das Förderprogramm «Biodiversität im Siedlungsraum» des Kantons Luzern zeigt Wirkung: In den vergangenen vier Jahren haben 28 Luzerner Gemeinden bereits über 80 Flächen ökologisch aufgewertet. Damit entstehen im Siedlungsraum neue Lebensräume für einheimische Pflanzen und Tiere – und wertvolles Wissen darüber, wie Biodiversität auch innerhalb der Gemeinden gefördert werden kann.

Der Siedlungsraum kann bereits heute überraschend artenreich sein. Doch viele Arten bedeutet nicht automatisch mehr ökologische Vielfalt: Gebietsfremde Pflanzen bieten der einheimischen Tierwelt oft nur wenig Nahrung. Die gezielte Förderung einheimischer Arten im Siedlungsraum birgt grosses Potenzial für die Biodiversität. Magerwiesen, Hecken und Brachflächen, auf der sich lichtbedürftige Pionierpflanzen ansiedeln, schaffen auf engem Raum Nahrung, Schutz und Rückzugsorte für zahlreiche Arten – vom Igel und Girlitz bis zur Roten Mauerbiene.

Förderprogramm mit mehrfacher Wirkung
Genau hier setzt das «Förderprogramm Biodiversität im Siedlungsraum» des Kantons Luzern an. Gemeinden können finanzielle Unterstützung beantragen, wenn sie Flächen ökologisch aufwerten, natürliche Lebensräume schaffen oder bestehende Lebensräume verbessern und dabei auf eine standortgerechte, einheimische Bepflanzung setzen. Der Kanton übernimmt dabei einen substanziellen Anteil der Kosten. Die Wirkung der Aufwertungsprojekte geht über die einzelnen Flächen hinaus. Gemeindevertretende, Planende, Gartenbauunternehmen und Werkhofmitarbeitende sammeln bei den Projekten praktische Erfahrungen und können sich über die Planung, Umsetzung und Pflege naturnaher Flächen austauschen. Damit vergrössert sich auch das Wissen darüber, wie Biodiversität im Siedlungsraum konkret gefördert werden kann. Auch für die Bevölkerung werden die Aufwertungen sichtbar: Aus wenig genutzten Rasenflächen können blütenreiche Lebensräume entstehen, die nicht nur ökologisch wertvoll sind, sondern auch das Erscheinungsbild des Siedlungsraums bereichern. Das Förderprogramm «Biodiversität im Siedlungsraum» soll bis mindestens 2028 weitergeführt werden.

Veranstaltungshinweis:
Für interessierte Naturschutzfachpersonen, Gemeindevertreterinnen und -vertreter und Werkhofmitarbeitende findet am Dienstag, 22. September 2026, um 18.30 Uhr im Sportzentrum Willisau ein kostenloser Erfahrungsaustausch statt. Themen sind das Förderprogramm, die Entwicklung der Aufwertungen sowie deren Pflege. Die Veranstaltung dauert bis circa 20.00 Uhr (mit anschliessendem Apéro).
Wir bitten um eine Anmeldung bis 15. September 2026 an lena.buehlmann@hauptsachnatur.ch.


Anhang
Weitere Informationen zum Förderprogramm und der Biodiversität im Siedlungsraum
Bild Geuensee 2024: Die ungenutzte Sackgasse mündet in einen schmalen Fussweg. (Quelle: Gemeinde Geuensee)
Bild Geuensee 2026: Eine vielfältige Ruderalfläche mit Totholz, Steinhaufen, Mohn und Karde bietet ein Mosaik an unterschiedlichen Kleinstlebensräumen.
Bild Ebikon 2024: Ein schmaler Rasenstreifen säumt den Parkplatz. (Quelle: Gemeinde Ebikon)
Bild Ebikon 2026: Um den Baumwurzeln genügend Platz zu bieten, wurde die Baumgrube mit Natursteinen vergrössert.