Die Luzerner Berufsbildung startet mit einem Rekord ins neue Ausbildungsjahr: 5’034 Jugendliche haben diesen Sommer eine berufliche Grundbildung begonnen. Das sind 114 mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 2011 nicht mehr. Weiterhin auf sehr hohem Niveau bewegt sich die Berufsmaturität. Erfreulich ist zudem, dass 230 Erwachsene einen Weg zu einem anerkannten Berufsabschluss eingeschlagen haben – der höchste Wert seit 2015.
Die Berufsbildung ist und bleibt der wichtigste Bildungsweg für Jugendliche im Kanton Luzern. Per Ende August wurden 5’034 neue Lehrverträge abgeschlossen. Damit wurde erstmals seit Beginn der vergleichbaren Zeitreihe im Jahr 2011 die Marke von 5’000 Lehrverträgen überschritten.
Der neue Höchststand zeigt die anhaltend hohe Attraktivität der Berufsbildung und die grosse Ausbildungsbereitschaft der Luzerner Betriebe. Besonders gefragt sind weiterhin Berufe im kaufmännischen sowie im gesundheitlich-sozialen Bereich.
Mehr Lehrverträge in technischen und handwerklichen Berufen
Deutlich zugenommen hat die Zahl der Lehrverträge in verschiedenen technischen und handwerklichen Berufen. Im Beruf Montage-Elektrikerin und -Elektriker EFZ gab es einen Anstieg von 57 auf 102 Verträge. Aber auch in der Logistik, im Sanitärbereich sowie im Schreinerberuf gab es einen Zuwachs. Weiterhin stark nachgefragt sind die Gesundheitsberufe: Bei den Fachleuten Gesundheit EFZ stieg die Zahl der neuen Lehrverträge von 486 auf 517, bei den Assistentinnen und Assistenten Gesundheit und Soziales EBA von 122 auf 131.
Berufsmaturität bleibt auf hohem Niveau
Auch die Berufsmaturität behauptet sich auf hohem Niveau. 976 Jugendliche und junge Erwachsene beginnen in diesem Jahr einen Berufsmaturitätslehrgang. Nach dem Höchststand des vergangenen Jahres ist dies der zweithöchste Wert der letzten zehn Jahre. 44 Prozent absolvieren die Berufsmaturität während ihrer beruflichen Grundbildung. Die Berufsmaturität steht beispielhaft für die Durchlässigkeit der Berufsbildung: Sie verbindet eine berufliche Qualifikation mit einer erweiterten Allgemeinbildung und ermöglicht den prüfungsfreien Zugang zu einem Fachhochschulstudium im entsprechenden Berufsfeld.
Immer mehr Erwachsene holen ihren Berufsabschluss nach
Die Berufsbildung eröffnet nicht nur Jugendlichen Perspektiven. Auch immer mehr Erwachsene nutzen die Möglichkeit, einen anerkannten Berufsabschluss zu erwerben. 2026 haben 230 Erwachsene einen entsprechenden Bildungsweg begonnen – so viele wie seit 2015 nicht mehr. Dafür stehen unterschiedliche Wege offen: eine reguläre oder verkürzte berufliche Grundbildung, die direkte Zulassung zum Qualifikationsverfahren aufgrund beruflicher Erfahrung – ergänzt durch Vorbereitungskurse für Erwachsene oder den regulären Berufsfachschulunterricht – sowie die Validierung von Bildungsleistungen.
«Die Stärke unseres Berufsbildungssystems liegt auch darin, dass Bildungswege nicht ein für alle Mal festgelegt sind», sagt Daniel Preckel, Leiter Dienststelle Berufs- und Weiterbildung. «Wer als junger Mensch keinen Berufsabschluss erworben hat oder sich später neu orientiert, erhält eine neue Chance. Berufsbildung ermöglicht Entwicklung – unabhängig vom Alter.»
Erfolgreiche Integrationsangebote
Rund 450 späteingereiste Personen besuchen seit diesem Sommer eines der verschiedenen Integrationsangebote im Kanton Luzern. Die Angebote fördern Deutsch als Zweitsprache, Mathematik und Allgemeinbildung und unterstützen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf ihrem persönlichen Weg in die Berufswelt. Mit Erfolg: Im vergangenen Schuljahr konnten 71 Prozent der Teilnehmenden nach einem dieser Angebote eine Berufslehre beginnen.
Auch für die rund 400 Volksschulabgängerinnen und -abgänger, die dieses Jahr ein reguläres Brückenjahr besuchen, sind die Aussichten gut: Im vergangenen Schuljahr konnten 84 Prozent der Jugendlichen nach dem Brückenjahr in eine Berufslehre starten.
Daniel Preckel blickt zum Start des neuen Ausbildungsjahres sehr positiv in die Zukunft: «Die Luzerner Berufsbildung ist stark aufgestellt – und ihre Stärke lässt sich an konkreten Ergebnissen ablesen. Der Rekord bei den Lehrverträgen, eine Berufsmaturität auf sehr hohem Niveau, mehr Berufsabschlüsse für Erwachsene und hohe Übertrittsquoten aus den Integrations- und Brückenangeboten zeigen, dass die Berufsbildung für die Luzerner Jugendlichen echte Perspektiven schafft.»
Anhang
Grafik Top 10 der Berufe EBA und EFZ

