Die Luzerner Stimmbevölkerung hat am 27. September 2026 über vier kantonale Vorlagen entschieden. Sowohl die Initiative «Gegen Fan-Gewalt» wie auch der Gegenentwurf wurden angenommen. In der Stichfrage setzte sich der Gegenentwurf klar durch. Zustimmung fanden auch die Weiterentwicklung der Standortförderung, der Ausbau der Kantonsschule Reussbühl sowie die Änderung des Ruhetags- und Ladenschlussgesetzes. Die Regierung nimmt die Ergebnisse erfreut zur Kenntnis und dankt der Stimmbevölkerung für das Vertrauen.
Die Stimmberechtigten hatten am Abstimmungssonntag vom 27. September 2026 über vier kantonale Vorlagen zu befinden. Unter anderem stimmten sie der Volksinitiative «Gegen Fan-Gewalt» mit 52,82 Prozent Ja-Stimmen zu. Deutlich angenommen wurde der Gegenentwurf mit 74,76 Ja-Stimmen. In der Stichfrage erhielt der Gegenentwurf mit 58,84 Prozent klar mehr Zustimmung. Dieser knüpft am bewährten «Luzerner Weg» an und setzt auf verbindliche Auflagen für Veranstalter, polizeiliche Massnahmen sowie Dialog und Prävention. Der breit angelegte Massnahmenmix wird im Gesetz über die Luzerner Polizei verankert. Ziel ist es, die Sicherheit rund um Fussball- und Eishockeyspiele der obersten Männerligen zu erhöhen. «Die Annahme beider Vorlagen zeigt, wie stark das Thema bewegt. Der Regierungsrat ist erfreut, dass die Bevölkerung den ausgewogenen Ansatz unterstützt, der klare Regeln und konsequentes Handeln mit Prävention und Dialog verbindet», sagt Regierungsrätin Ylfete Fanaj, Vorsteherin des Justiz- und Sicherheitsdepartementes. «Mit dem Ja wird der ‹Luzerner Weg› und damit die Sicherheit im Raum Luzern gestärkt. Wir bleiben dran und werden die Massnahmen weiterentwickeln.»
Hofläden dürfen länger öffnen
Die Luzerner Stimmberechtigten haben mit 55,18 Prozent Ja-Stimmen die Änderung des Ruhetags- und Ladenschlussgesetzes (RLG) angenommen. Hofläden mit bis zu 30 Quadratmetern Verkaufsfläche und kleine Selbstbedienungsgeschäfte können künftig länger öffnen – täglich von 5 bis 22 Uhr. Zudem gelten künftig neue Regelungen für Tankstellenshops sowie flexiblere Öffnungszeiten für Gastrobetriebe an Feiertagen. Regierungsrätin Ylfete Fanaj, Vorsteherin des Justiz- und Sicherheitsdepartementes, sagt: «Ich freue mich über das Ja zu längeren Öffnungszeiten. Es zeigt, dass die Luzerner Bevölkerung zeitgemässe und flexiblere Öffnungszeiten unterstützt. Mit der neuen Regelung schaffen wir mehr Spielraum für Betriebe und berücksichtigen die Bedürfnisse der Bevölkerung».
Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähiger machen
Die Stimmberechtigten haben der Änderung des Gesetzes über die Wirtschaftsförderung und Regionalpolitik zugestimmt. Damit werden der Luzerner Innovationsbeitrag (LIB) sowie die Erschliessung von Wirtschaftsflächen gesetzlich verankert. Sie sind Teil eines breiten Massnahmenpakets, mit dem der Wirtschaftsstandort Luzern wettbewerbsfähiger und die Lebensqualität der Bevölkerung gestärkt werden sollen. Das nun ebenfalls gesetzlich verankerte Fokusprogramm Standortförderung steuert und koordiniert sämtliche Massnahmen. Zudem ist die kantonale Finanzhilfe für die Steeltec AG an den Abstimmungsentscheid geknüpft. Die Luzernerinnen und Luzerner haben der Vorlage «Weiterentwicklung Standortförderung – Änderung des Gesetzes über die Wirtschaftsförderung und die Regionalpolitik» mit 65,06 Prozent Ja-Stimmen zugestimmt. Regierungsrat Fabian Peter, Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements, sagt: «Die Bevölkerung hat heute ein starkes Zeichen für einen attraktiven Wirtschaftsstandort gesetzt, von dem wir alle profitieren. Mit dem klaren Ja bestätigt sie ein weiteres Mal den erfolgreichen Weg der Luzerner Standort- und Steuerpolitik.» Die Vorlage sowie eine entsprechende Verordnung treten per 1. Oktober 2026 in Kraft. Ab dann stehen unter www.standortfoerderung.lu.ch alle relevanten Informationen zur Verfügung und es können Gesuche für den Luzerner Innovationsbeitrag (LIB) eingereicht werden.
Kanti in Reussbühl wird ausgebaut
In Reussbühl steht die drittgrösste Kantonsschule im Kanton Luzern. Aufgrund der steigenden Lernendenzahlen stösst die veraltete Infrastruktur an ihre Grenzen. Die Kantonsschule soll darum erweitert und umgenutzt werden. Die Luzernerinnen und Luzerner haben dem Sonderkredit von 81,4 Millionen Franken mit 67,62 Prozent Ja-Stimmen zugestimmt. Geplant ist, dass die Mensa im Herbst 2027 mit einem Pavillon erweitert wird. Im Anschluss beginnen die Bauarbeiten für den Neubau. Die Fertigstellung ist auf Ende 2030 terminiert. Der Umbau der Kantonsschule Reussbühl findet unter laufendem Betrieb statt. Regierungsrat Reto Wyss, Vorsteher des Finanzdepartements, sagt: «Der Regierungsrat ist sehr erfreut über den angenommenen Sonderkredit. Bildung ist eine wichtige Investition in unsere Zukunft. Die Erweiterung und Umnutzung ist ein Bekenntnis zu starken Schulen und einer zeitgemässen Bildungslandschaft im Kanton Luzern.»
Anhang
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