Kanton Luzern: Krankenkassenprämie steigt im Schnitt um 4,4 Prozent

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Krankenkassenprämie Symbolbild

Im Kanton Luzern steigen die mittleren Krankenkassenprämien nächstes Jahr über alle Altersklassen hinweg durchschnittlich um 4,4 Prozent. Dieser Anstieg liegt unter dem schweizerischen Durchschnitt von 5,0 Prozent. Die absoluten Prämien liegen im Kanton Luzern weiterhin deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat heute die Krankenkassenprämien für das Jahr 2027 bekannt gegeben. Es stützt sich dabei auf die «mittlere Prämie» (siehe Box). Schweizweit steigt die mittlere Prämie über alle Altersklassen hinweg um 5,0 Prozent auf 412 Franken und liegt somit über dem Anstieg von 4,4 Prozent im Kanton Luzern (auf 354 Franken). Die mittlere Prämie für Erwachsene (ab 26 Jahren) beträgt im Kanton Luzern neu 422 Franken, was einem Anstieg von 4,5 Prozent entspricht. Damit liegt die Prämie nach wie vor deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt von neu 488 Franken. Die mittlere Prämie für junge Erwachsene (19-25 Jahre) steigt im Kanton Luzern um 3,9 Prozent und liegt neu bei 285 Franken. Gesamtschweizerisch steigt sie um 4,8 Prozent auf 339 Franken. Die mittlere Prämie für Kinder (0-18 Jahre) steigt im Kanton Luzern um 4,4 Prozent und beträgt neu 109 Franken. Gesamtschweizerisch steigt sie um 4,6 Prozent (auf 128 Franken).

Gesundheitskosten steigen weiter an
Die Prämienerhöhung der obligatorischen Grundversicherung spiegeln die erwarteten Gesundheitskosten des laufenden und des nächsten Jahres sowie die Veränderung der Reserven der Krankenkassen wider. Je stärker die Kosten für medizinische Behandlungen in einem Jahr steigen, desto grösser ist der Prämienanstieg im folgenden Jahr.

Laut dem Monitoring der Krankenversicherungs-Kostenentwicklung tragen im ersten Halbjahr 2026 einige Kostengruppen zu dieser Kostenzunahme bei. Prozentual überdurchschnittlich angestiegen sind im Kanton Luzern vor allem die ambulanten Arztleistungen, die Apothekenkosten sowie die Pflegeheimkosten.

Luzerner Prämien liegen weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt
Regierungsrätin Michaela Tschuor, Gesundheits- und Sozialdirektorin des Kantons Luzern: «Die Krankenkassenprämien steigen im Jahr 2027 weiter an. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Arbeit konsequent weiterführen, um das Wachstum der Gesundheitskosten zu bremsen. Die Prämien 2027 steigen im Kanton Luzern erneut unterdurchschnittlich an und bewegen sich weiterhin deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt.» Für die Luzerner Versicherten werden die Prämienerhöhungen je nach Krankenkasse unterschiedlich ausfallen, was unter anderem auch mit den Reserven der Kassen zu tun hat.

Weitere Anstrengungen gegen das Wachstum der Gesundheitskosten
Die Gesundheitskosten werden aller Voraussicht nach weiter ansteigen. Die Gründe dafür sind unter anderem der medizinische Fortschritt, die alternde Bevölkerung sowie die steigende Anspruchshaltung der Leistungsbezügerinnen und -bezüger. «Es braucht nach wie vor grosse Anstrengungen von allen Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitswesen, um das Wachstum der Gesundheitskosten zu dämpfen», so Regierungsrätin Michaela Tschuor. «Ich denke beispielsweise an die stete Förderung von ambulanten Eingriffen anstelle von stationären Hospitalisierungen.»

Im aktuellen Planungsbericht über die Gesundheitsversorgung zeigt die Luzerner Regierung mehrere Massnahmen auf, um das Kostenwachstum und damit den Prämiendruck zu bremsen sowie der Patientenorientierung Rechnung zu tragen. Im Zentrum steht die gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren erarbeitete Strategie der integrierten Versorgung. Vorgesehen ist das Schaffen förderlicher Rahmenbedingungen, beispielsweise durch digitale Instrumente und Prozesse. Gleichzeitig unterstützt der Kanton den Aufbau und die Weiterentwicklung von Gesundheitsnetzwerken sowie regionalen Gesundheitszentren.

Die mittlere Prämie ist definiert als das von den Versicherern geschätzte durchschnittliche monatliche Prämienvolumen pro versicherte Person. Sie berücksichtigt alle Grundversicherungsmodelle, also auch solche mit hohen Franchisen und mit eingeschränkter Wahl der Leistungserbringer.